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Gelungenes Kunstwerk an historischer Stelle aufgestellt und eingeweiht

Kunst im öffentlichen Raum passt auch zur Würde des Landlebens - Bürgermeister Seger: „Beitrag gegen die geistige Verarmung in unserer Gesellschaft“. Die Skulptur „Himmelsleiter“ der einheimischen Künstlerin Margret Lafontaine wurde kürzlich an expositionierter Stelle vor der Pfarrkirche St. Leodegar Düppenweiler aufgestellt und eingeweiht.

Gelungenes Kunstwerk an historischer Stelle aufgestellt und eingeweiht

Kunst im öffentlichen Raum passe auch zur Würde des Landlebens, erklärte Bürgermeister Seger anlässlicher der Einweihung der "Himmelsleiter".

DÜPPENWEILER (pp): Bürgermeister Erhard Seger, der im Mai vergangenen Jahres 60 Jahre alt geworden war, hatte die Gratulanten gebeten, von Geschenken abzusehen und stattdessen für ein Kunstwerk im öffentlichen Raum zu spenden. „Wir haben die selige Schwester Blandine Merten aus dem Kirchenraum ins Dorf an historische Stätte geholt. Hier stand der alte Kindergarten, im oberen Geschoss mit Schulräumen, direkt bei der Kirche und der alten Schule, in der heute das DRK-Heim untergebracht ist“, erklärte Seger. Einen Teil der alten Mauern des ehemaligen Gebäudes sieht man jetzt im Hintergrund der Skulptur – sie wurde vom Verputz freigelegt - und beim Fundamentsaushub für die „Himmelsleiter“ war man auf die alten Kellermauern gestoßen. Zur Einweihung der Skulptur konnte Seger die vielen Spender begrüßen, die sich über ein Jahr in Geduld geübt hatten, dass der eingegangene Betrag von 11.000 Euro auch wirklich so, wie angekündigt, verwendet werden würde. Denn so lange hatte die Künstlerin an der Skulptur gearbeitet. Neben der Künstlerin Margret Lafontaine und Modellbauer Thomas Timmermann-Levanas nahmen viele an Kunst interessierte Gäste und Besucher der vorangegangenen Blandinen-Messe aus Anlass des Geburtstages der seligen Schwester Blandine, darunter Ortsvorsteher Thomas Ackermann, Ortsratsmitglieder, die Pfarrer Siegfried Elbert und Winfried Schnur, Mitglieder vom Verwaltungs- und Pfarrgemeinderat und die beiden Beigeordneten der Gemeinde, Gustav Brandstätter und Walter Ewen, an der Einweihung teil. Die in Düppenweiler geborene und aufgewachsenen selige Schwester Blandine Merten war auch Lehrerin und Erzieherin. So soll die Skulptur auch ihr Bestreben, Mädchen hin zu Gott, zu einer eigenen Persönlichkeit, zum persönlichen Glück hin zu erziehen, ausdrücken. „Das Kunstwerk kann aber auch den Menschen etwas sagen, die mit der seligen Blandine nicht denselben Weg gehen zum persönlichen Glück“, erklärte Seger. Insofern könne man die Himmelsleiter auch als Lebensleiter, Bildungs- oder Erziehungsleiter für die Sinnsuche interpretieren. „Das Kunstwerk ist kein Heiligenbildchen. Hier ist nicht der Ort für das Aufstellen von Blumen oder Kerzen, weniger für ein Gebet als für ein „denk-mal-nach“, so Seger. Wen es zum Gebet drängt, für den ist der Weg in die Blandinenkapelle nicht weit. „Es ging mir als Stifter auch nicht darum, ein persönliches Denkmal aufzustellen. Ich habe mich nach reiflicher Überlegung ganz bewusst für einen Beitrag gegen die geistige Verarmung in unserer Gesellschaft entschieden“ betonte Seger, „auch wenn es genügend andere Möglichkeiten für mich gegeben hätte, zum Beispiel soziale, um ein Geburtstagsgeschenk weiterzureichen.“
Der Verwaltungschef sprach von einem gelungenen Kunstwerk, durch das die Menschen zum Nachdenken angeregt würden. Ihnen solle Mut gemacht werden, die persönliche Lebensleiter zu erklimmen. Er drückte seine große Hoffnung aus, dass ihm dieses mit Hilfe der einheimischen Künstlerin gelungen sei. Kunst solle nicht nur im öffentlichen Raum der Städte zu sehen sein, sondern passe auch zur Würde des Landlebens. Die Künstlerin selbst erklärte anschließend ihr Werk. „Blandine Merten unterrichtete als Erzieherin in erster Linie Mädchen und die hatten damals weniger Chancen“, so Margret Lafontaine. „Mädchen zu einer Entwicklung hin zu Gott, zu einer Vervollkommnung, zu einer eigenen Persönlichkeit, ja zum persönlichen Glück zu führen, dieser Erziehungsgedanke und Sinngedanke sollte sich auch in der Skulptur wieder finden.“ So lässt sich die Himmelsleiter als Entwicklungsleiter und Lebensleiter interpretieren. Die Sprossen der Leiter symbolisieren dabei die Stufen der Vervollkommnung zu Gott, denn vor der Leiter stehen die Schwesternschülerinnen am Anfang ihrer Entwicklung und am Ende der Leiter schwebt ein Engel. Das ist das Ziel. „Die Leiter ist der Entwicklungspfad. Unten sind die Sprossen breit, oben schmal. Das heißt, je höher, umso schmäler, denn umso schwerer wird das Leben“, erklärt die Künstlerin ihre perspektivische Verstärkung. „Das Ganze drückt sich auch in den Farben der Himmelsleiter aus. Die Sprossen sind unten grau und werden nach oben hin blau, als geistige Himmelsfarbe“. Davon und von dem gelungenen Kunstwerk konnten sich die Anwesenden bei strahlend blauem Himmel, in den die Leiter mit dem am Ende schwebenden Engel hineinragte, überzeugen. Die Segnung des Kunstwerkes nahm Pfarrer Siegfried Elbert vor.
Zum Schluss dankte Seger allen, die mitgeholfen hatten, den Bauhofsmitarbeitern, dem Gemeindeforst, den Mitarbeitern in der Verwaltung, Verantwortlichen für die Beschallung, dem Kirchchor „Cäcilia“ Düppenweiler für die musikalische Umrahmung der Feier. Insbesondere dankte Seger allen, „die zukünftig mithelfen, dass das Kunstwerk uns noch lange zum Nachdenken anregen wird.“
 
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