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Wir im Verein - Infotafel aus Bronze ziert die Luziakapelle in Erbringen

ERBRINGEN (pp): Eine Bronzetafel in Form eines „gotischen Fensters“ ziert jetzt die Luziakapelle, stolzes Kleinod des Ortes Erbringen. „Heute zeigt sich mal wieder, dass es eine gute Sache war, den Heimatverein Erbringen zu gründen“, erklärte Daniel Minas, Ortsvorsteher des Gemeindebezirkes Erbringen.

Wir im Verein - Infotafel aus Bronze ziert die Luziakapelle in Erbringen

Geschmackvoll ziert die neue Infotafel die Luziakapelle. Davon überzeugten sich neben Bürgermeister Seger und Ortsvorsteher Minas auch weitere Vereinsmitglieder und Gäste.

Minas konnte zu der Enthüllung der neuen Bronzetafel, die nun Interessierte über die Geschichte der Luziakapelle informiert, Bürgermeister Erhard Seger, den Ehrenortsvorsteher von Erbringen Theo Puhl, den ersten Vorsitzenden des Heimatvereins Erbringen, Wolfgang Schnubel, zahlreiche Mitglieder des Heimatvereins, darunter die Ideengeber Manfred Schneider und Siegfried Seger, begrüßen. Auch interessierte Bürger wohnten der Enthüllung der Infotafel bei. In den vergangenen Monaten hatte sich der Heimatverein in Zusammenarbeit mit dem Ortsvorsteher Minas mit der Ausarbeitung einer „Geschichtstafel“ für die Luziakapelle beschäftigt. Die Infotafel sollte neben der Eingangstür der Kapelle angebracht werden und so den Besuchern die Geschichte der Erbringer Luziakapelle erläutern, so die Idee von Siegfried Seger und seinen Vereinskameraden. „Auch über die Gestaltung der Tafel und die Art des Schriftzuges wurde viel diskutiert“ erklärt Wolfgang Schnubel, erster Vorsitzender des rührigen Vereins. „Nach längerer Überlegung haben wir uns dann für eine Bronzetafel in Form eines gotischen Fensters entschieden“, so Schnubel. Die Tafel wurde  montiert und die Bevölkerung zu einer kleinen Feierstunde mit Enthüllung der neuen Infotafel eingeladen. Dabei konnten sich alle von dem wirklich geschmackvollen Werk überzeugen und auch einen Blick in das Innere der Kapelle werfen. Die Luziakapelle ist der Märtyrerin St. Luzia geweiht. Ihre Verehrung kam vermutlich aus Metz in das Haustadter Tal. Der Graf Albert (Adalbert) von Metz hatte Besitzungen in Erbringen. Diese vermachte er wohl 1033 der von ihm als Hausabtei gegründeten Kreuzabtei in Busendorf. Der offenbar sehr fromme Graf ließ mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Bethaus für seine Schutzbefohlenen zu Ehren der Heiligen Luzia errichten. Die ursprüngliche Kapelle bestand allerdings nur aus dem heutigen Altarraum. Über den weiteren Werdegang informiert nun in groben Zügen die schmucke Infotafel. So wurde 1772 an die Kapelle ein Schiff angebaut. 1926 wird die Kapelle unter Denkmalschutz gestellt. 1939 muss die Glocke von 1906 als „Rohstofflieferant“ an die Nationalsozialisten ausgeliefert werden. 1950 wird die neue Glocke eingeweiht. 1958 wir der Barockaltar aus dem 18. Jahrhundert restauriert. 1976 wird die barocke Luzia-Statue gestohlen. 1983 wird eine neue Luzia-Statue eingeweiht, die allerdings aus Sicherheitsgründen in der St. Johanneskirche Erbringen aufgestellt wird. Seit 2006 ziert allerdings eine kleine Luziafigur aus Sandstein über dem Portal in einer Nische die Kapelle. Die schmucke neue Infotafel ist nicht die letzte Aktion, die sich der Heimatverein hier vorgenommen hat. „Der Heimatverein hat den Zweck, Historie zu bewahren. Der Baustil der Kapelle ist etwas ganz besonderes. Erbringen kann stolz auf diese Kapelle sein“ erklärte Bürgermeister Seger und sagte dem Heimatverein die Unterstützung des Orts- und Gemeinderates zu. So soll die Eingangstür saniert und der Treppenaufgang zu Kapelle erneuert und beleuchtet werden. Auch im Umfeld der Kapelle gibt es noch viel zu tun. Bürgermeister Seger dankte dem Heimatverein für seine Bemühungen um das Schmuckstück im Haustadter Tal.

Natürlich war auch für das leibliche Wohl der Gäste bestens gesorgt, denn anschließend ging es in die „Erwringer Scheier“, wo das Versorgungsteam um Herbert Schneider bei gekühlten Getränken und einem kleinen Imbiss zum Verweilen einlud.