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Meine sehr geehrten Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Jahr 2009 neigt sich seinem Ende zu und in wenigen Tagen werden wir Weihnachten feiern. Die Tage und Wochen vor diesem Termin sind wie immer von besonderer Betriebsamkeit und Hektik geprägt und so tut es sicherlich auch gut, an den Festtagen und den Tagen zwischen den Jahren einmal inne zu halten.

 

 

Obwohl sich die finanzielle Situation der Gemeinde aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich verschlechtert hat, steht die Gemeinde Beckingen im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden im Saarland immer noch verhältnismäßig gut da. So konnte auch im zu Ende gehenden Jahr 2009 vieles auf den Weg gebracht werden, was die Gemeinde in ihrer Entwicklung weiter nach vorne bringen wird.

 

 

 

 

 

 

Wir haben im Jahr 2009 wieder kräftig in unsere Infrastruktur investiert. In Beckingen haben die Arbeiten am Bahnhof mittlerweile begonnen. Das Gebäude ist entkernt worden, die weiteren Arbeiten sind zum Teil auch schon ausgeschrieben und vergeben. Ende des nächsten Jahres ist damit zu rechnen, dass der unter Denkmalschutz stehende Bahnhof wieder sein ursprüngliches äußeres Aussehen mit dem Turm haben wird. Er stand über viele Jahrzehnte im Ruf, der schönste Bahnhof an der Strecke Saarbrücken-Trier zu sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass der restaurierte Bahnhof und sein Umfeld mit dem SaarGarten enormes Potential besitzen und auch Folgeinvestitionen nach sich ziehen werden. Durch die überaus großzügige Zuschussgewährung durch die saarländische Landesregierung und die Beteiligung des „Zweckverbands Wolferskopf“ wurde der Ausbau des Bahnhofes ermöglicht.

Dies gilt auch für eine weitere Investition in unsere touristische Infrastruktur, denn auch der Neubau der historischen Kupferschmelze und des Pochwerkes beim Kupferbergwerk in Düppenweiler wird mit rd. 70 % durch die saarländische Landesregierung gefördert. Auch diese Maßnahme wird im Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen und fertig gestellt sein. Nach Abschluss der Bauarbeiten kann den Besuchern demonstriert werden, wie Erze früher gefördert und anschließend weiterverarbeitet wurden. Das gesamte, hier entstandene Ensemble von Bergwerksanlagen ist zumindest im Saarland in seiner Art einzigartig und stellt von daher eine besondere Attraktion in touristischer Hinsicht dar.

Der Verein „Historisches Kupferbergwerk“ hat zudem in Eigenregie eine bergmännische Pyramide errichtet, die zu einer weiteren Attraktivitätssteigerung des Bergwerkareals führen wird. Dabei ist zu beachten, dass diese Pyramide keineswegs aus folkloristischen Beweggründen errichtet wurde; vielmehr soll sie als prägnantes Bergwerkssymbol darauf verweisen, dass auf dem Bergwerksgelände ein Pferdegöpel in Betrieb war, mit dem in den Anfangsjahren des Bergbaubetriebes das eindringende Grundwasser aus dem Bergwerk gefördert wurde.

Im zu Ende gehenden Jahr 2009 sind auch in den übrigen Gemeindebezirken ganz wesentliche Investitionen in die Infrastruktur getätigt worden. Schon zu Beginn des Jahres ist der Radweg zwischen Reimsbach und Hargarten fertig gestellt worden. Auch konnte der Bau der „Erwringer Scheier“ abgeschlossen werden. Das Haus ist nicht nur in städtebaulicher Hinsicht ein Gewinn für Erbringen; es hat vielmehr auch zu einer wesentlichen Stärkung der örtlichen Gemeinschaft geführt, denn es kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass sich die Erbringer voll und ganz mit diesem Gebäude identifizieren und stolz darauf sind.

Die Neugestaltung der Ortsmitte von Honzrath hat mittlerweile ebenfalls erste Gestalt angenommen; drei Gebäude wurden im Ortszentrum abgerissen. Bevor die Arbeiten im Zuge der Umgestaltung des Ortskerns weiter geführt werden, sind jedoch zuerst noch Kanalarbeiten notwendig. Nach Abschluss der gesamten Maßnahme wird sich die Verkehrssituation in Honzrath sicherlich deutlich verbessern.

Durch den Anschluss des Ortsteils Hellwies an die Breitbandverkabelung und die Fertigstellung der entsprechenden Arbeiten in Düppenweiler wird im gesamten Gemeindegebiet der schnelle Breitbandzugang zum Internet gegeben sein. Dies stellt für unsere Gemeinde einen wesentlichen Standortvorteil dar. Die meisten Gemeinden des Saarlandes werden dafür noch Jahre benötigen.

In Reimsbach stehen die Arbeiten im Bereich Kapellenstraße/Rübengarten kurz vor dem Abschluss. Auch dies stellt für den Ort Reimsbach eine deutliche städtebauliche Aufwertung dar.

Wir haben im zu Ende gehenden Jahr für unsere Gemeinde nicht nur in die Infrastruktur investiert, sondern in ebenso ganz erheblichem Maße auch Investitionen in Bildung und Betreuung getätigt. Die Grundschulen an den Standorten Beckingen, Düppenweiler und Reimsbach sind hervorragend ausgestattet. Unsere Gemeinde verfügt daneben über ein gutes Angebot schulischer und außerschulischer Betreuung für unsere Kinder und Jugendlichen. Die Gemeinde Beckingen belegt hinsichtlich des Angebotes an Krippenplätzen einen Spitzenplatz.

Auch die Schulbuchausleihe, die in diesem Jahr neu eingeführt wurde, verlief in unserer Gemeinde reibungslos. Dadurch wird den Eltern auch finanzielle Entlastung zuteil.

Wir können hier in Beckingen auf ein hervorragendes Sportstättenangebot verweisen. Im zu Ende gehenden Jahr wurde in Beckingen ein Kunstrasenplatz und in Düppenweiler ein Naturrasenplatz eingeweiht. In Oppen haben fleißige Helfer des Vereins mit Unterstützung der Gemeinde dafür gesorgt, dass sich die Lücknerarena und ihr Umfeld noch attraktiver darstellen können.

Gerade in den letzten Tagen habe ich auch einen Vertrag mit der Firma Famis unterzeichnet, der die grundlegende Renovierung des Hallenbades zum Inhalt hat. Ich denke, dass das Bad nach Abschluss dieser Arbeiten auf den neuesten technischen Stand gebracht sein wird. Die Ängste der Bürgerinitiative „Hallenbad Beckingen“, das Bad werde geschlossen, dürften damit endgültig erledigt sein. Ich will an dieser Stelle jedoch betonen, dass es für diese Investition keine Zuschüsse von Seiten Dritter geben wird. Diese Ausgaben muss die Gemeinde zu 100 % selbst tragen.

Unsere Gemeinde zeichnete auch ein reges und vielfältiges Vereinsleben aus. Kulturell haben wir in diesem Jahr wieder Zeichen setzen können. „Landschaft, Geschichte, besondere Orte“ heißt unser Leitziel, unter das wir die Kulturarbeit der Gemeinde gestellt haben. Die Open-Air-Veranstaltung „Blech im Bruch“ im imposanten und sicherlich einmaligen Ambiente des Steinbruchs Arweiler hat sich mittlerweile einen Namen in der saarländischen Kulturszene gemacht. Das überzeugende Konzept der Veranstaltung hat dazu geführt, dass Beckingen sich in diesem Jahr mit dem durch die saarländische Kultusministerin verliehenen Titel „Saarländischer KulturOrt 2009“ schmücken konnte.

Im vergangenen Jahr ist uns allerdings deutlich vor Augen geführt worden, dass sich die Auswirkungen der Finanzkrise auch auf die reale Wirtschaft unmittelbar auswirken. Am deutlichsten ist dies durch die Krise und die Insolvenz des größten Unternehmens in der Gemeinde Beckingen geworden, der Firma Acument. Allerdings sind die verantwortlichen Akteure hier sehr zuversichtlich und haben auch die berechtigte Hoffnung, dass die Auswirkungen der Insolvenz nicht zuletzt durch geeignete sozialpolitische Maßnahmen in erträgliche Bahnen gelenkt werden können und das Unternehmen als solches erhalten werden kann. Zwar versucht die Gemeinde Beckingen im Kleinen ihren, wenn auch bescheidenen Beitrag zur Abschwächung der Wirtschaftskrise zu leisten. So sind die ersten Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket mittlerweile angelaufen und auf den Weg gebracht. Allerdings werden sie erst im kommenden Jahr ihre positiven Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft in vollem Umfang entfalten können.

Ein Thema, das Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, in der Masse nur am Rande bewegt hat bzw. von dem Sie persönlich wahrscheinlich überhaupt keine Kenntnis genommen haben, ist die Einführung eines neuen Rechnungswesens bei den saarländischen Kommunen und hier speziell bei der Gemeinde Beckingen. Galt bisher das so genannte kameralistische Haushaltswesen, so wurde mit Beginn des Jahres 2009 die so genannte Doppik, ein aus der kaufmännischen Buchführung speziell für die öffentliche Verwaltung abgeleitetes Buchführungssystem, bei der Gemeinde Beckingen eingeführt. Wenn dies auch für Sie als Bürger weitgehend unbemerkt erfolgt ist, so waren in der Verwaltung allerdings aufwendige und weitreichende Umstellungsarbeiten erforderlich, die sich über einen mehrjährigen Zeitraum erstreckt haben und im zu Ende gehenden Jahr 2009 in die Praxis umgesetzt worden sind.

Wenn das neue Rechnungssystem auch zum Ziel hat, die Abläufe und Aufgabenerfüllung in der Verwaltung wirtschaftlicher und effizienter sowie stärker nach Kostengesichtspunkten zu gestalten, so ist dennoch zu beachten, dass die Entwicklung der Gemeindefinanzen in erster Linie von Faktoren abhängt, die nur wenig von der lokalen Politik und Verwaltung zu beeinflussen sind. Vielmehr spielen hier die so genannte „große Politik“ und die allgemeine Wirtschaftslage die entscheidende Rolle. Der Ausblick in das kommende Jahr 2010 lässt alle Kommunen daher vor allem in finanzieller Hinsicht nicht unbedingt positiv in die Zukunft schauen, weil die Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht ausgestanden ist.

Nach den Prognosen ist im kommenden Jahr mit deutlich weniger Steuereinnahmen und Schlüsselzuweisungen zu rechnen, die die Haupteinnahmequellen der Gemeinde Beckingen darstellen. Auch ist eine deutliche Erhöhung der Kreisumlage angekündigt, wodurch sich der finanzielle Spielraum der Gemeinde noch weiter verschlechtert. Wir werden daher nicht darum herum kommen, vieles auf den Prüfstand zu stellen und unser Angebot einzuschränken oder der gestiegenen Kostenentwicklung anzupassen. Auf der anderen Seite ließ es sich nicht vermeiden, Einnahmeverbesserungen für den gemeindlichen Haushalt in Form von Steuer- und Gebührenerhöhungen herbeizuführen. Dabei wurde natürlich versucht, diese Erhöhungen so zu gestalten, dass niemand in seiner persönlichen Leistungsfähigkeit überfordert wird. Auch nach diesen Erhöhungen gehört die Gemeinde Beckingen immer noch zu den Kommunen mit den niedrigsten Steuer- und Gebührensätzen.

 

Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein Jahr geht zu Ende, das man an seinem Beginn als Superwahljahr bezeichnet hat. Auch in unserer Gemeinde fanden Anfang Juni die Kommunalwahlen statt, die dazu geführt haben, dass sich der Gemeinderat mittlerweile aus fünf Gruppierungen zusammensetzt. Nach den ersten Monaten lässt sich allerdings festhalten, dass die Arbeit in den kommunalen Beschlussgremien auch weiterhin durch eine große Sachlichkeit und eine am Gemeinwohl ausgerichtete Arbeit gekennzeichnet ist. Hierfür will ich den im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen ausdrücklich und herzlich danken.

Ich denke, dieser Rückblick dokumentiert, dass auch das zu Ende gehende Jahr 2009 als ein erfolgreiches Jahr bezeichnet werden kann. Trotz aller Schwierigkeiten, mit denen im kommenden Jahr zu rechnen ist, sollte dennoch der Optimismus und die Überzeugung Platz greifen, dass die Gemeinde Beckingen auch im Jahr 2010 einen weiteren Schritt nach vorne tun kann.

Ich möchte abschließend all denen, die sich in dem zu Ende gehenden Jahr 2009 – in welcher Form auch immer – zum Wohl der Allgemeinheit und für ihre Mitmenschen in der Gemeinde Beckingen eingesetzt und bemüht haben, herzlich danken. Ein lebendiges und funktionierendes Gemeinwesen ist im besonderen Maß auf ehrenamtliche Arbeit und freiwilliges Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger in Vereinen und Hilfsorganisationen, aber auch auf ein weitgehend konfliktfreies Miteinander angewiesen. Zusammen mit den Ortsvorstehern unserer Gemeinde wünsche ich Ihnen allen ein besinnliches Weihnachtsfest, eine geruhsame Zeit zwischen den Jahren, Gesundheit und persönliches Glück sowie ein gutes und erfolgreiches Jahr 2010. Den Kranken unter Ihnen gilt mein besonderer Gruß, verbunden mit dem Wunsch auf baldige Genesung und Besserung.

 

Erhard Seger

Bürgermeister

 

 

Gerhard Braun

Ortsvorsteher Beckingen

Thomas Ackermann

Ortsvorsteher Düppenweiler

Daniel Minas

Ortsvorsteher Erbringen

 

Robert Schomers

Ortsvorsteher Hargarten

 

Jürgen Spuller

Ortsvorsteher Haustadt

 

Joachim Gratz

Ortsvorsteher Honzrath

 

Ralf Selzer

Ortsvorsteher Oppen

 

 

Axel Kläser

Ortsvorsteher Reimsbach

 

Josef Puhl

Ortsvorsteher Saarfels