Historische Kupferverhüttungsanlage wird eingeweiht - "NachtZeitReise"– ein historisches Spektakel erlebt eine Neuauflage
Anlässlich der Einweihung der historischen Kupferschmelzhütte mit Pochwerk finden von Freitag, 20. August, bis Sonntag, 22. August 2010, umfangreiche Festivitäten am Historischen Kupferbergwerk in Düppenweiler statt. Die Einweihung der voll funktionsfähigen Kupferverhüttungsanlage selbst, mit der das Verarbeiten von Erz im 18. Jahrhundert vorgeführt werden kann, findet bereits am Freitag, 20. August, um 17.00 Uhr statt.
Dreitägige Festivitäten finden von Freitag, 20. August, bis Sonntag, 22. August 2010, am Historischen Kupferbergwerk in Düppenweiler statt.
Höhepunkt der dreitägigen Festivitäten ist ein ganz besonderes Spektakel, die Aufführung der NachtZeitReise am Samstag, um 21.30 Uhr. Karten für diese Neuauflage der NachtZeitReise, die 2002 erstmals anlässlich der 950-Jahr Feier in Düppenweiler aufgeführt wurde, gibt es nur an der Abendkasse ab 18.30 Uhr. Der Sonntag beginnt um 11.00 Uhr mit der Sportlerehrung der Gemeinde Beckingen. Der Nachmittag steht ganz unter dem Motto: „Bergbau und Hüttenwesen“. So werden kostenlose Führungen im Bergwerk und auch die neue Verhüttungsanlage mit technischen Vorführungen angeboten. Für Kinder steht ab 14.00 Uhr eine „Schatzsuche“ an der verwunschenen Mühle auf dem Programm. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Hüttenkapelle der Dillinger Hütte.
Die Vorbereitungen für die „NachtZeitReise“, die von der Vereinsgemeinschaft Düppenweiler auf die Beine gestellt und durchgeführt wird, laufen auf Hochtouren. Vor den beiden neuen Gebäuden auf dem Areal des Besucherbergwerkes werden 18 wichtige Ereignisse der Geschichte von Düppenweiler dargestellt. Das Ganze basiert auf der NachtZeitReise von 2002. Damals wurde anlässlich der 950 Jahr Feier ein nächtlicher Festumzug, die NachtZeitReise also erstmalig, aufgeführt. Mit der Neuauflage will die Vereinsgemeinschaft Düppenweiler versuchen, die damalige Szenerie wieder aufleben zu lassen. Auch wenn das diesjährige nächtliche Ereignis die Veranstaltung von damals nicht toppen können wird, so will man doch mit Licht, Ton und weiteren Effekten eine außergewöhnliche nächtliche Reise in die Geschichte von Düppenweiler am Bergwerk aufleben lassen. Die Episoden werden optisch und akustisch dargestellt, wobei für jede Gruppe ein Zeitrahmen von zwei bis drei Minuten vorgesehen ist. Die Besucher erleben so eine Zeitreise, die einen interessanten Bogen spannt von der Entstehung des Litermont, über die Zeit der Kelten, die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes „Wilre“, die Zeit der Prämonstratensermönche, die Hexenprozesse, die Zeit des 30jährigen Krieges, den Beginn des Kupfererzbergbaus, den berüchtigten Ritter Maldix, Kampfepisoden von Franzosen und Österreichern an der Bender’schen Schanz in der Zeit der französischen Revolutionskriege und das Revolutionsjahr 1848, in dem Revolutionäre das Pfarrhaus überfielen, bis hin zum Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit mit den Themen Schule und Unterricht, der Errichtung des Heimkehrerkreuzes auf dem Wehlenberg oder Joho und die Saar-Abstimmung 1955.
Mit der Fertigstellung der neuen Anlagen, der Schmelzhütte und dem Pochwerk ist am Kupferbergwerk ein Ensemble entstanden, das in dieser Art deutschlandweit einmalig ist. Zu der Kupferverhüttungsanlage gehören Pochwerk, die Erzwäsche, die Erzrösterei und die Schmelze des Kupfererzes in Schacht- und Garöfen. Damit präsentiert sich das Besucherbergwerk mit den bisherigen Anlagen wie rund 600 m begehbarer Stollen mit unterirdischem See und „Dom“, umfangreichen Außenanlangen, Huthaus, Bergwerkskapelle, der bergmännischen Pyramide, Schachtaufbauten, Fundament einer Dampfmaschine, einer modernen Führung im Untertagebereich mit der Licht- und Toninstallation „Mystallica“, einladender Gastronomie im Huthaus und den voll funktionsfähigen neuen Anlagen als ein ganz außergewöhnliches Ensemble eines frühneuzeitlichen Bergwerkes, wie es im Saarland einzigartig ist. Von 1725 bis 1916, wobei es möglich ist, dass das Zeitfenster zu kurz gegriffen ist und der Bergbau hier schon viel früher begann, wurde hier Kupfer abgebaut. Auch belegen Textmaterialien und Kartendokumente, dass in Düppenweiler sowohl ein Pochwerk als auch eine kleine Kupferschmelzhütte vorhanden waren. Ab 1992 setzte der Verein „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur e.V.“ alles daran, das in Vergessenheit geratene Bergwerk zum Besucherbergwerk auszubauen. Heute veranschaulicht das Bergwerk den Besuchern nicht nur den Abbau, sondern auch die weitere Verarbeitung des Erzes nach seiner Förderung im Bergwerk im 18. Jahrhundert. Grund genug zum Feiern also. pp


