Kunst an ungewöhnlichen Orten
Stein, Holz und Metall: Bis zum 12. September zeigen 16 Bildhauer ihr Können bei der „Skulptura 2010“ in Beckingen.
Stimmungsvolle Eröffnung der größten Skulpturenausstellung in der Region mit Wolfang Mertes, dem ersten Konzertmeister des saarländischen Staatstheaters.
Beckingen. Die Kettensäge rotiert und knattert, Holzstaub wirbelt in einer gewaltigen Wolke auf. Mit großen Augen stehen die Besucher vor dem Pavillon und beobachten, wie eine zierliche Frau in Schutzkleidung und Maske zwischen Stamm und niederfallenden Sägespänen langsam wieder zum Vorschein kommt. Es ist faszinierend zu sehen, wie Laura Danzi mit dem groben Werkzeug Holzblöcke in fein ziselierte Gesichter verwandelt. So wird die Bildhauerin eine kuriose Gesellschaft von Charakterköpfen während der „Skulptura 2010“ im „SaarGarten – SkulpturenPark“ in Beckingen bis 12. September entstehen lassen.
Kettensägengeheul, das Klopfen von Hammer und Meißel, der Geruch von heißem Metall und verbranntem Gas bei Schweißarbeiten, aber auch virtuose Geigenklänge von Wolfgang Mertes, dem ersten Konzertmeister des Saarländischen Staatstheaters: Stimmungsvoll wurden die etwa 300 Besucher der Eröffnung der größten Skulpturenausstellung der Region begrüßt. „Vor sechs Jahren suchten wir ein neues Leitbild für die Gemeinde. Ziel war es, unverwechselbare, eigene Veranstaltungen fernab des einheitlichen Agenturenangebots in für Beckingen typischen Orten anbieten zu können“, erläuterte Beckingens Bürgermeister Erhard Seger.
Da kam Helmut Kopp mit seiner Idee einer Internationalen Skulpturenausstellung im alten Bahnhof gerade recht. Auflage Nummer zwei der „Skulptura“ findet nun an den gleichen, ungewöhnlichen Orten – dem alten Bahnhof, der Güterhalle, dem Sägewerk Speiser - wie die Premiere vor zwei Jahren statt, und doch hat sich jede Menge verändert. So sind seit etwa einem Jahr die Renovierungsarbeiten am Bahnhof im Stil einer mittelalterlichen Burg aus dem Jahr 1860 im Gange: Weit gehend entkernt bietet das Gebäude nun eine große, fast museale Halle, die sich wiederum abhebt von der industriellen Güterhalle und dem Sägewerk, in dem während der „Skulptura“ die Maschinen stillstehen. Den Mut für die ungewöhnlichen Standorte und die ungezwungene Atmosphäre, die gerade junge Leute zur Kunst führen könne, lobte Karl Rauber, Saar-Minister für Bundesangelegenheiten, Kultur und Chef der Staatskanzlei: „Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, kulturelle Schwerpunkte zu setzen.“
Elf Künstler aus Deutschland, Luxemburg, Belgien, Italien, Vietnam und der Schweiz mit höchst unterschiedlichen Werken aus Holz, Stein, Metall und Papier hat Skulptura-Organisator und Kurator Helmut Kopp ausgewählt. Zusätzlich sind im Bahnhof die Arbeiten zu sehen, die im Rahmen des Skulptura-Schülerwettbewerbs entstanden sind. Neu ist auch die Schau „Wunder der Natur“ mit staunenswerten Steinen, Hölzern und Fossilien aus der Region. Vor allem jedoch im „SaarGarten – SkulpturenPark“ hat sich einiges im Vergleich zur „Skulptura 2008“ getan: Hier findet nämlich während der gesamten 16 Tage ein Symposion mit fünf Künstlern statt, deren Modelle zu den Themen „Reisen/Ankommen“ und „Miteinander“ eine Jury der Stiftung Kulturbesitz ausgewählt hat. Die Entstehung der Skulpturen und Plastiken aus Stein, Metall und Holz mit den entsprechenden handwerklichen Techniken können die Besucher der „Skulptura 2010“ täglich beobachten und ganz ohne Berührungsängste mit den Künstlern ins Gespräch kommen.
Die „Skulptura 2010“ ist bis Sonntag, 12. September, täglich von elf bis 18 Uhr geöffnet.
Fotos: P. Pitzius
![]() | Symposiom im SaarGarten – Besuch bei Peter Heesch |
![]() | Symposiom im SaarGarten – Besuch bei Laura Danzi |
![]() | Symposiom im SaarGarten – Besuch bei Angelika Summa |
![]() | Die Initiatoren der Ausstellung „Steinerne Wunder der Natur“, Werner Reinert und Axel Jungmann |
![]() | Gäste im Obergeschoss des Beckinger Bahnhofs |
![]() | Werke von Alfons Peters vor dem „Hexenhäuschen“. |
![]() | Peter Heesch bei der Arbeit |
![]() | Guy Charlier bei der Arbeit |
![]() | Gisela Milse in Aktion |
![]() | Laura Danzi in Aktion |
![]() | Bürgermeister Erhard Seger im Gespräch mit dem Künstler Eugenio Riotto |
![]() | Karl Rauber, Saar-Minister für Bundesangelegen- heiten, Kultur und Chef der Staatskanzlei beim Besuch der Skulptura im Gespräch mit Bürgermeister Erhard Seger. |
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