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Mit „Queen“ rockte der Fels

Die Veranstaltung „Blech im Bruch“ lockte über 2000 Menschen in die Felsenarena des Hartsein-Werkes der Firma Arweiler, das in diesem Jahr zu einem magischen Ort für Queen-Fans jeden Alters wurde.

Mit „Queen“ rockte der Fels

Ein einzigartiges Klang-, Licht- und Farbenspiel bot sich den über 2000 Gästen, die zur Megaveranstaltung "Blech im Bruch" in den Steinbruch Arweiler bei Reimsbach gekommen waren.

REIMSBACH (pp): Eigentlich heißt die Veranstaltung ja „Blech im Bruch“, aber in diesem Jahr war es auch ein bisschen „Rock im Bruch“, beziehungsweise eine tolle Mischung von beidem, für die Intendant Martin Folz einmal mehr verantwortlich zeichnete. Mehr als 2000 Menschen pilgerten am letzten Samstag hinunter in den Steinbruch, dessen Felswände inzwischen gut 150 Meter empor ragen. Erst einmal hieß es also „Ankommen im Steinbruch“, allein beim Abstieg in die gigantische Musikarena, die sich den eintreffenden Gästen nach und nach öffnete, ließ sich hier und da schon vor Beginn des Konzerts ein Staunen und Raunen vernehmen. So beeindruckend hatten sich die meisten den außergewöhnlichen Ort für ein solches Konzertereignis wohl doch nicht vorgestellt. „Und?“, fragte ein Vater seinen Sohn nach dem Fußmarsch in den Steinbruch. „Cool“ so die Antwort des Filius. „Gell, das ist ein Sandkasten“, so der Papa. Das Publikum war eben erstaunlich jung an diesem Abend, dank „Queen“!
 
Begrüßt von der „Blech-im-Bruch“-Fanfare, richtete sich alsbald der Blick aller auf die Bühne. Bürgermeister Erhard Seger begrüßte das breite Publikum, vom Klassikliebhaber bis zum Rock-Fan und besonders den Intendanten des Abends, Martin Folz. Besondere Grüße galten der Firma und Familie Arweiler, die seit Bestehen der Veranstaltung ihr Firmengelände für die Veranstaltung zur Verfügung stellen und zahlreichen Ehrengästen.
 
Im Vorprogramm setzte zunächst die keltisch-bretonische Folklore-Gruppe „An Erminig“ besondere Akzente aus dem Kulturraum der Großregion Saar-Lor-Lux und entführte mit ihrem Live-Programm „Gourlen“ in die Welt und das Leben der Menschen am Atlantik. Die Lieder und Tänze erzählten vom harten Leben der Seeleute, den Arbeitern in den Salinen, und den Menschen, die in ihren Lastkähnen die Kanäle in der Grande Brière nördlich von Guérande befahren. Folklore aus dem keltischen Teil Frankreichs mit einer Brise Salz und Meerwasser im Steinbruch, gerne ließ sich das Publikum dabei zu Tänzen aus der bretonischen Heimat animieren.
Nach dieser lockeren musikalische Einstimmung allerdings fand mit dem zweiten Teil des Abends, dem Auftritt des Jugendchor-Ensembles „Les Jeunes qui chantent“ vom „Conservatoire du Nord“ in Ettelbrück, ein abrupter Themen-, Melodien- und vor allem Rhythmenwechsel statt, der eine leise Ahnung auf das, was im dritten Teil des Abends, dem grandiosen Finale der „Queen Symphonie“ kommen würde, aufkeimen ließ. Der Jugendchor präsentierte zunächst Musik aus England, von „Amazing Grace“ und „Greensleeves“, über weltbekannte Gospels wie „Oh happy Day“, alte Beatles-Titel wie „Can’t buy me Love“ oder „With a little help“, bis hin zu „Turn the World“ von Harry Belafonte. Klatschen im Rhythmus, wobei wohl fast niemand mehr auf seinem Stuhl saß, hieß es dann aber bei „A Tribute to Queen“ und den unverkennbaren Motiven legendärer „Queen“ Titel wie „We are the Champions“, „Another one bites the dust“, oder „We will rock you“. Und bei aller Begeisterung in der inzwischen vorgerückten Sommernacht in der schon zart illuminierten Felsenarena, doch nur ein Vorgeschmack auf das, was nun kommen würde. Zu noch späterer Stunde, in einer unglaublich fantastisch ausgeleuchteten Szenerie einer außergewöhnlichen Musikarena präsentierten das Projektorchester des Landkreises Neunkirchen und der Projektchor der Großregion Saar-Lor-Lux unter Leitung von Martin Folz in einem großartigen Finale die „Queen-Symphony“ von Tolga Kashif. Die Musik von Queen und Fredy Mercury in einer ganz neuen majestätischen Form, geschrieben für einen großen Chor und ein Sinfonisches Blasorchester beigeisterte das breite Publikum – vom Klassikliebhaber bis zum Rock-Fan. Die 80 Sängerinnen und Sänger des eigens für dieses Konzertereignis zusammengestellten Projektchores und die 60 Musikerinnen und Musiker des Projektorchesters schmolzen auf der Bühne zusammen und sorgten für ein völlig neues Klangerlebnis mit all seiner Klangwucht. Musikalische Elemente und Motive aus “Radio Gaga”, “The Show must go on”,” I was born to love you”, “Love of my Life”, “Another one bites the Dust”, “Killer Queen”, “Who wants to live forever”, “Mama, just killed a man”, “We will rock you”, “Scaramouche” und “We are the Champions”, immer wieder in neuen Varianten, ließen die Zuhörer eine völlig neue Musik und doch unverkennbar “Queen” erleben. Der krönende Abschluss des Finales, fast ein Finale im Finale, war die überraschende Illumination der Köpfe der legendären „Queen“-Musiker zu später Stunde an den Felswänden – das Ganze einfach ein Klang-,  Licht- und Farbenspiel in einem Musiktempel der Extraklasse.
 
„Als Kulturevent der besonderen Art an einem außergewöhnlichen Ort“, so war „Blech im Bruch“ 2004 als Pilotprojekt aus der Taufe gehoben worden. Keine „verrückte Idee“ wie Kritiker anfangs meinten, sondern, wie sich inzwischen nach sieben erfolgreichen Veranstaltungen bewiesen hat, eine „geniale Idee“, die auch vom Leitbild der Gemeinde Beckingen getragen wird. Denn die Gemeinde Beckingen offenbart damit ein neues kulturelles Profil, das darauf abzielt, Kultur mit Industriegeschichte und Landschaft, den besonderen Merkmalen, die die Gemeinde kennzeichnen und die sich als Alleinstellungsmerkmale anbieten, zu verbinden. Das Hartstein-Werk der Firma Arweiler ist dabei nur einer dieser außergewöhnlichen Orte, die als interessante Aufführungsstätten in der Gemeinde Beckingen zu finden sind. „Die Gemeinde Beckingen erhielt bereits im letzten Jahr für das Konzert „Blech im Bruch“ die Auszeichnung „Saarländische Kulturgemeinde“ erklärte Bürgermeister Erhard Seger bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste und vielen Ehrengäste zu Beginn der diesjährigen Megaveranstaltung „Blech im Bruch“. Sein Dank galt unter anderem der Firma und Familie Arweiler, die von Anfang an bereitwillig ihr Gelände für die Veranstaltung zur Verfügung stellten. „Im Leitbild der Gemeinde Beckingen wurde definiert, die Stärken der Gemeinde mehr herauszustellen. Das ist unsere Natur- und Kulturlandschaft (wie der Steinbruch Arweiler), die besondere einmalige Geschichte (wie der Alte Beckinger Bahnhof und das Historische Kupferbergwerk), die hervorragende Verkehrslage und die Saar“, so Seger. „Ganz auf diese Stärken und Alleinstellungsmerkmale sind unsere Tourismusbemühungen und die Kulturpolitik ausgerichtet, wie es im Leitbild der Gemeinde Beckingen festgehalten ist“, erkärte Seger am Rande der Veranstaltung. Der Verwaltungschef gibt sich überzeugt, dass Tourismus- und Kulturpolitik, wenn sie erfolgreich sein will, sich eben nicht an die Beliebigkeit anlehnen darf und nicht darauf gerichtet sein sollte, auf allen Feldern kommunalen Handelns die beste Gemeinde der Welt sein zu wollen.
 
Fotos: Pitzius
 
Impressionen von "Blech im Bruch" 2010
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