Steinbruch wurde zur Burg Camelot
Der Mythos von König Artus wurde bei Blech im Bruch in Szene gesetzt - Erst kämpfen die Bagger – am Schluss triumphiert die Liebe und der Friede in der Welt - Martin Folz, seit fünf Jahren quirliger musikalischer Leiter der Beckinger Mega-Veranstaltung „Blech im Bruch“, schaffte es auch in diesem Jahr, unterstützt von seiner Ehefrau Carola Ehrt, ein Publikum von weit mehr als 1300 Gästen mit seiner Version der Artus-Sage zu überraschen.
Der Mythos von König Artus lebte in der Erlebnisarenea des Steinbruchs Arweiler bei Reimsbach in diesem Jahr bei Blech im Bruch auf.
REIMSBACH (pp): Was hat die spannende Geschichte um König Artus, König Oswald, Prinzessin Emmerline und der Hexe Morgane aus dem England des 12. Jahrhunderts nicht alles zu bieten? Blutige Gefechte, Edelmut und Freundschaft, ritterliche Tugenden, aber auch Verrat und Intrigen, Betrug und Neid, Hexerei und Zauberei bis hin zu Liebe und Tod! In drei Akten schaffte es Martin Folz, einen Hauch von ritterlichem Abenteuer des Mittelalters in den Steinbruch Arweiler zu holen. Eine fiktive Story, angefüllt mit Motiven aus der König Artus-Sage, musikalisch umgesetzt von über 20 Choristen und 60 Musikerinnen und Musikern, wobei die Hexe Morgane, dargestellt von der Saarburger Schauspielerin Anke Krämer, in einer Sprechrolle das Publikum von Szene zu Szene durch das Geschehen leitete, ließen aus der Felsenarena die Burg Camelot werden. Dazu hatte Folz fünf Szenen aus der Oper „King Arthur“ von Henry Purcell zu drei Szenen verschmolzen und für Chor und Blasorchester arrangiert. Ergänzung erfuhr seine Version durch ein neuartiges Remix von Melodien wie die Sinfonie „Lord of the Rings“ des niederländischen Komponisten Johann des Meij oder der siebensätzigen Sinfonie „A Highland Symphony“ des Engländers Philipp Sparke. Ein dramatisches Geschehen lief im Steinbruch auf Schloss Camelot ab, untermalt von einem klanggewaltigen sinfonischen Blasorchester der internationalen Musikakademie, gebildet von Musikern aus der Region, und begleitet von einem Frauenchor-Ensemble. Dieses agierte von einer eigenen Bühne aus nicht nur mit Gesang, sondern trug mit Schauspielerei und szenischen Darstellungen zur Umsetzung des ereignisreichen Geschehens bei. Wer ein lebhaftes Tauziehen um das berühmte Zauberschwert „Excalibur“ oder das Ausrücken der Ritter der Tafelrunde, um sich auf die Suche nach dem heilige Gral zu begeben, erwartet hatte, der wurde allerdings mit ganz anderen „Zutaten“ überrascht. Denn die entscheidende Schlacht zwischen König Artus und seinem ärgsten Widersacher, König Oswald, schlugen stellvertretend die schweren Baumaschinen der Firma Arweiler, die gekonnt in Szene gesetzt und mit Lichteffekten angestrahlt, urplötzlich im Steinbruch direkt vor den Zuschauern aufeinander losgingen. Am Schluss jedoch, und hier endet die “Soft-Version“ von Martin Folz ganz anders als das sagenhafte „Original“, schweigen die Waffen, wird der Feind zum Freund, siegt die Liebe und der Gedanke des Friedens in der Welt.
In einer durchgängigen Dramaturgie, im Gegensatz zum Medley-Charakter der früheren Veranstaltungen, erlebten die Gäste in einem mit Licht- und Pyroeffekten einzigartig als Erlebnisarena in Szene gesetzten Steinbruch, inmitten von über 100 Meter hohen Felswänden, wie die Frauen der Ritter der Tafelrunde auf ihre Helden warten und Kräfte wie Feen, Hexen und Zauberei für einen glücklichen Ausgang der Schlacht bemühen, die Rückkehr der Helden mit einem großen Fest gefeiert wird, Prinzessin Emmerline entführt, aber auch wieder befreit wird, König Artus seinen ärgsten Feind König Oswald besiegt und ihn schließlich als Freund in die Ritter der Tafelrunde aufnimmt. Dazwischen ist es immer wieder mucksmäuschenstill, um der großartigen Musik zu lauschen und leise, während der Chor mit Kerzen und in weißen Gewändern durch das Publikum Richtung Bühne huscht, verkündet Hexe Morgane das Niederlegen der Waffen und den Frieden in der Welt. In einem großartigen Finale wobei die Schluss-Szene musikalisch von „Better ist Peace“ von Karl Jenkins und „Dundonell“ aus „Hymn of the Highlands“ von Philipp Sparke getragen wird, setzen sich die Bagger erneut in Aktion, tragen Pyro- und Flammeneffekte dazu bei, auch in diesem Jahr die Veranstaltung „Blech im Bruch“ an einem ganz außergewöhnlichen Veranstaltungsort mit Alleinstellungscharakter zu einem unvergesslichen großartigen Sommererlebnis werden zu lassen. Sorgte schon allein der Fußmarsch hinein in den Steinbruch, der sich nach und nach erst öffnet und seine riesigen Ausmaße preisgibt, bei vielen Gäste für Erstaunen, so konnte sich manch einer auch beim Fußmarsch hinaus aus dem Steinbruch nicht verkneifen, immer wieder auf die immer noch beleuchteten gigantischen Felswände zurückzublicken. „So etwas haben wir im Saarland nicht erwartet“, erklärten Gäste aus Hüttigweiler. Sie sind sich jetzt schon sicher: „Im nächsten Jahr ist Filmmusik angekündigt. Dann kommen wir wieder, und zwar mit Popcorn“.
Fotos: Pitzius
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