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Wanderer entdeckten die Schätze der Natur

Trotz verregnetem Start in die neunte Touren- und Wanderwoche der Gemeinde Beckingen waren vor allem die Orchideenwanderungen mit Winfried Minninger, die Frühwanderung mit Bürgermeister Erhard Seger und die Premiumtouren mit Volkmar Schommer und Armin Buchheit auf dem Litermont-Sagenweg, dem Lücknerweg und dem Bietzerberger wieder der Renner. Aber auch die weiteren Wanderungen über den Steinbrecherweg in Honzrath mit der Kalkbrennerhütte als Ausflugsziel oder die Wildkräuterwanderung „Sommerblüten und Holunder“ mit Birgit Vetter erfreuten sich großer Beliebtheit.

Wanderer entdeckten die Schätze der Natur

Unterwegs in den Orchideenwiesen des Naturschutzgebietes "Wolferskopf", eines der vielen Highlights während der Beckinger Wanderwoche.

BECKINGEN (pp): So machte sich zum Auftakt, der leider verregnet war, eine kleine Gruppe mit Volkmar Schommer auf und erwanderte die abwechslungsreiche Strecke des Litermont-Sagenweges. Der lockte mit pfadigem Waldboden, dem ruhig fließenden Kondeler Bach, Buntsandsteinformationen wie dem Dasselter Stein, dem imposanten Steinbruch im Loch und vor allem dem sagenumwobenen Litermont. Gut informiert wurden die Teilnehmer über Geschichtliches und geologische Besonderheiten von ihrem Wanderführer. Eine schlichte Hütte wurde unerwartet für die Gruppe in eine Jausenklause verwandelt und lud zur Stärkung ein. Ob über Viehkoppen, entlang von Wiesen und Ackerland, ob über das Übertagegelände des Kupferbergwerkes oder über anstrengende Steigungen, der Regen tat der Stimmung keinen Abbruch und abschließend wurden die Teilnehmer mit einer Schlusseinkehr im Huthaus am Kupferbergwerk belohnt.
Auch die Wanderung über den Lücknerweg mit Wanderführer Armin Buchheit erfreute sich großer Resonanz. Vom Regen geschützt im dichten Wald des „Großen Lückner“ erfuhr eine Gruppe von 52 Teilnehmern die Stille und Ruhe des Waldes, wie zum Beispiel auf der etwa zwei Kilometer langen Strecke durch die Urwaldzwelle am Geisweiler Weiher. Sprudelndes Quellwasser an der Odilienkapelle als willkommene Erfrischung, eine Rast an einem idyllischen Plätzchen und die Schlusseinkehr im Jägerhof in Oppen rundeten die Wanderung ab.
Glück mit dem Wetter hatten dagegen die Teilnehmer der Orchideenwanderungen mit Winfried Minninger. Bei trockenem Wetter ging es montags mit 15 Teilnehmern und dienstags mit 46 Teilnehmern im Gänsemarsch durch die buntblumigen Orchideenwiesen im „etwas anderen“ Naturschutzgebiet „Wolferskopf“ bei Beckingen-Saarfels. Formschöne und farbenprächtige Orchideen standen dabei im Mittelpunkt. Aber auch andere seltene Pflanzen wurden erklärt. An ausgewählten Standorten mit besonders schönen Exemplaren verschiedenster Knabenkräuter, Hummelragwurz oder Pyramidenorchis fanden sich dabei außergewöhnliche Fotomotive.
Über 41 „Frühaufsteher“ machten sich mit Bürgermeister Erhard Seger als Wanderführer zu „früher Morgenstund“ auf zur „“Frühwanderung in den Sonnenaufgang“. Noch im Dunkeln wurde am Fischerberghaus gestartet und über den Panorama-Höhenweg und Teile des Grenzsteinweges dem Sonnenaufgang entgegen gewandert. Die Wanderung stieß von Beginn an auf große Resonanz. „So einen Sonnenaufgang wie in diesem Jahr haben wir allerdings schon lange nicht mehr erlebt“, resümierten die Teilnehmer erfreut. In morgendlicher Frische ging es durch sattgrüne Wiesen einem zart rötlich schimmernden Horizont entgegen, begleitet von Vogelgezwitscher und begrüßt von einer Herde von Pferden in der Nähe des Margarethenhofes. Ausreichend belohnt für das frühe Aufstehen wurden die Teilnehmer außerdem mit einem ausgiebigen Frühstück im Sporthotel Honzrath.
Mit Hilmar Grün vom Heimatverein Honzrath und Armin Buchheit ging es freitags mit einer Gruppe von 15 Personen über den Honzrather Steinbrecherweg mit der auf der Merchinger Platte gelegenen Kalkbrenner Hütte als Ausflugsziel. Geographische und geologische Besonderheiten, Botanik und Geschichte waren die Themen dieser Wanderung. Die Kulturwanderwanderung führte entlang der historischen Felskeller von Honzrath durch die Sandsteinbrüche rund um Kapp. An der vom Heimatverein renovierten Kalkbrennerhütte bot sich den Wanderern nicht nur ein fantastischer Panoramablick sondern auch Gelegenheit zu einer ausgiebigen Rast. Mit Geschichte und Informationen über die Waldbauern, Steinbrecher und das Kalkbrennen begann der Abstieg ins Tal, wo zum Abschluss eine Einkehr für alle stattfand.
Innerhalb einer regenreichen Woche fand erstmals eine Wildkräuterwanderung „Sommerblüten und Holunder“ mit Wanderführerin Birgit Vetter statt. Dazu stellte sich pünktlich strahlender Sonnenschein ein. Ab Wilscheider Hof waren die „Allerweltspflanzen“ der Heimat, die am Wegesrand, auf Äckern und Weiden, am Bach und Waldrand zu finden sind, das Ziel. Vom Hahnenfuß auf den Weiden, dem Spitzwegerich an Wegen und Wiesen über Giersch und Schöllkraut an schattigen Waldrändern bis hin zu den vielfältigen Kleearten oder den wilden Verwandten von Geranien, Margeriten und Glockenblumen, gab es viel zu sehen, riechen, schmecken, entdecken und zu hören. Interessantes gab es auch zu hören über verschiedene Blütenformen und ihre Ausrichtung auf bestimmte Tiere. So zum Beispiel die Käferblume mit ihren breiten Blütentellern, die als Landeplatz dienen oder die Bienenblumen mit ihren süßen und oft duftenden Blüten (Nektar und Pollen).Am Ende war das Auge auch gestärkt für die Landschaft und den engen Zusammenhang des Vorkommens von Blütenpflanzen an bestimmten Orten und mit bestimmten anderen Arten: Holunder, Brombeere und Schöllkraut am Wegesrand, Mädesüß und Baldrian am Bach, Hahnenfuß und Klee auf den Weiden. So erfreuten ein nicht veränderter Bachverlauf und eine duftende Mädesüß-Wiese die Augen und alle Sinne der Teilnehmer. Gesammelt wurden unter anderem süße Blüten wie Klee oder Labkraut oder einfach nur schöne Blüten wie Rose oder Kornblume für einen süßen Blütenquark und würzige Blätter wie Beifuss, Giersch oder Spitzwegerich als Zutat für Gerichte, wobei der Hinweis nicht fehlte, dass all diese Schönheiten auch noch heilsam und nützlich sein können. Im Juni fiel besonders der Holunder ins Auge, dessen Blüten überall den Waldrand und Gebüsche zieren. So gab es bei der Schlusseinkehr deshalb einen sommerlich-frischen Holunderblüten-Likör und als Info so einiges über seine Heilwirkung zu erfahren.
Zum Abschluss der Wanderung ging es mit Armin Buchheit und Volkmar Schommer und einer Gruppe von 15 Leuten über den Bietzerberger. Der begeisterte mit offenen Streuobst- und Orchideenwiesen, versteckten Bachverläufen im Deutschmühlental, verschlungenen Pfaden und schattigen Wäldern. Mit atemberaubenden Aussichten präsentierte sich der Weg bei passablem Wanderwetter abwechslungsreich. Unterwegs stieß man überall auf steinerne Zeugen der Vergangenheit, so zum Beispiel die Reste der Geiermühle oder einige der historischen Genzsteine, mit denen der Grenzsteinweg 1779 ausgesteint wurde. Immerhin eine heftige Steigung und insgesamt 17,5 Kilometer wurden absolviert mit einer Zwischenrast am „Dreieckigen Wäldchen. Zum Abschluss fand eine zünftige Schlusseinkehr im Fischerberghaus statt.
 
Premiumwandern auf dem Bietzerberger.
Munter durch das frische Grün einer Obstplantage.
Frühwanderung - der Sonne entgegen.
Aussichten genießen an der Kalkbrennerhütte.