„Wir im Saarland – das Magazin“ – SR 3 zeigt Beitrag über Beckingen am Donnerstag, 22. November 2018, 18.50 Uhr

Eine Lesung mit Dr. Henning Karcher aus seinem Buch: „Glücklich sein durch das Meistern der 12 spirituellen Gesetze des Universums“ fand im Sommer dieses Jahres im Historischen Bahnhof Beckingen statt. Die Veranstaltung war auf großen Anklang gestoßen. Der Abend der Sinnsuche mit einem Beckinger Weltbürger fand auch beim dem Journalisten Martin Honigfort vom Saarländischen Rundfunk Interesse.

 Bei der Veranstaltung wurde ein Beitrag erstellt und ausgehend von dieser Lesung über das Glück und die spirituellen Gesetze des Universums verwebt ein Film, der demnächst im SR 3 gezeigt wird, die Geschichte der Familie Karcher, der Schraubenwerke und die Beziehung zu Beckingen. Der Sendetermin des Beitrages ist am Donnerstag, 22. November 2018, um 18.50 Uhr im SR 3 und wird sicherlich für viele Beckinger Bürgerinnen und Bürger interessant sein. 




Der US-Bürger Henri Bernard besuchte mit seiner Familie seine Geburtsstätte in Beckingen

Bittere Schicksale der jüdischen Familie Bernard aus Beckingen - Henri Bernard wurde 1936 in Beckingen geboren. Erst relativ spät, im Juni 1938, da war er gerade mal 2 Jahre alt, floh die jüdische Familie, Henri, sein Vater Simon Bernard mit der hochschwangeren Mutter Martha und dem zwei Jahre älteren Bruder Helmuth vor der Naziverfolgung in die USA. Heute leben Henri Bernard und seine Ehefrau Annaruth Bernard in Detroit in den USA. Schon einmal, im Jahre 1984, hatte die Familie eine Cousine in Deutschland besucht und war auf der Suche nach dem einstigen Elternhaus in der Beckinger Talstraße auch durch die Gemeinde Beckingen gefahren, um dann leider feststellen zu müssen, dass das Elternhaus abgerissen wurde.

Der US-Bürger Henri Bernard besuchte mit seiner Familie seine Geburtsstätte in Beckingen

Herzlicher Empfang im Beckinger Rathaus für die Familie von Henri Bernard aus den USA und seiner Verandtschaft.

 Jetzt, beim zweiten Besuch in der Gemeinde Beckingen, stand der inzwischen 82jährige mit seiner Ehefrau  Annaruth, seiner Cousine Alice Hornung, geb. Bernard, Anja Krings, der Tochter von Alice Hornung und Natalya Krings, der Enkelin von Alice Hornung, im Arbeitszimmer des Bürgermeisters Thomas Collmann, der ihm und seiner Familie im Beisein von Gerard Carau, Egberth Mieth, Franz Steiner und Rainer Anton, den „Machern der Beckinger Gespräche“ sowie Gemeindeoberamtsrat Volkmar Schommer im Beckinger Rathaus einen herzlichen Empfang bereitete. Völlig überwältigt zeigte sich Henri Bernhard, als ihm erklärt wurde, dass diese Räumlichkeiten der Ort seiner Geburt vor 82 Jahren seien. Er hatte nicht gewusst, dass aus dem damaligen Krankenhaus, in dem er zur Welt kam, inzwischen das Beckinger Rathaus geworden war. Und dann erzählte er seine Geschichte: Die Mutter habe nie über die Zeit in Deutschland gesprochen, aber der Vater schon, erinnert er sich. 1927 zählte die kleine jüdische Gemeinde in der gesamten Bürgermeisterei zwölf Juden. 1935 wurden in statistischen Angaben noch zehn Juden genannt, ein Metzger und kleinere Kaufleute. Die Meldekarte der Gemeinde gab die Auswanderung dieser zehn Beckinger Bürger, alle mit Familiennahmen Bernard, für den Zeitraum vom 30. August 1935 bis 17. Februar 1936 an. Mit Ausnahme der Familie von Henri Bernard. Seinem Vater Simon Bernard, einem Handelsmann/Kleinviehhändler, gelang aus verschiedensten Gründen, so auch finanziellen Gründen, die Auswanderung mit Ehefrau Martha und den zwei vier- und  zweijährigen Kindern erst im Juni 1938. Die Auswanderungspapiere wurden von den Geschwistern, die schon in den USA waren, besorgt. Ab dieser Zeit finden sich keine jüdischen Bürger mehr in Beckingen. Zufluchtsort für die zuerst Geflüchteten waren Metz und Luxemburg. Auch die Cousine von Henri, Alice Hornung, geborene Bernard, war bei dem Besuch im Beckinger Rathaus dabei und erzählte ihre Geschichte. Sie lebt heute in Saarbrücken. Sie floh schon 1935 mit ihrer Familie nach Südfrankreich, nach Agen in die Nähe der Pyrenäen. Ihr Vater Leander war ein Bruder von Simon. Die beiden waren die jüngsten Kinder der Beckinger Familie Bernard. Von den weiteren Geschwistern von Leander und Simon waren in den 20er und 30er Jahren einige bereits in die USA ausgewandert, eine Schwester ging nach England, einige nach Frankreich. Zwei blieben und wurden von den Nazis von Frankfurt aus deportiert und umgebracht. Auch wenn durch ihre Auswanderung die Beckinger Juden von den Schrecken der sogenannten „Reichskristallnacht“, verschont wurden (dabei war es in der Nacht vom 09. Auf den 10. November 1938 in ganz Deutschland zu Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung gekommen), so reichte der lange Arm des Nationalsozialismus später doch bis Agen in Südfrankreich, wie Alice Hornung, erleben musste. Nach der Flucht ihrer Familie, ihrem Vater Leander und ihre Mutter Irene mit den zwei kleinen Kindern, ging es über Saargemünd zunächst nach Luchon und Aden in den Pyrenäen. Inder noch unbesetzten Südhälfte Frankreichs, (ab 1939 war Frankreich zweigeteilt und Frankreichs Nordhälfte besetzt) war die Familie zunächst relativ sicher. Alice Hornung erinnert sich an die große Solidarität der Franzosen. Ihr Vater, nicht nur Jude, sondern auch noch Sozialist, fand über gewerkschaftliche Kontakte Arbeit. 1936 fand man eine kleine Wohnung in Agen.  Trotzdem war die Familie zwischendurch getrennt, die Mutter mit den beiden kleinen Kindern in einem Flüchtlingslager, der Vater zwischendurch in einem Lager, dann wieder Familienzusammenführung. „Bei all dem hatten wir noch großes Glück“ erinnerte sich Alice Hornung. Denn im Mai 1940 kam ihr kleiner Bruder auf die Welt in Frankreich und war damit französischer Staatsbürger. Per Gesetz durften Familien, die einen französischen Staatsangehörigen in der Familie hatten, nicht mehr behelligt werden. Ab 1942 verdunkelten sich die Wolken aber wieder und die Lage wurde für Juden genauso gefährlich wie in Deutschland. Auch Südfrankreich wurde besetzt und die Pétain-Regierung kollaborierte mit den Nationalsozialisten. Alice Hornungs Vater tauchte in die Illegalität ab. Da die Mutter keine Jüdin war, konnte sie zunächst in der Wohnung bleiben. Der Vater war aktiv in der Widerstandsbewegung. Mit deren Hilfe wurde die Mutter später mit den Kindern in einem anderen Ort bei Bauern, auf einem leerstehenden Gehöft, untergebracht. Sie nähte für die Bauern, half im Haushalt und auf dem Hof, so bekam die Familie Lebensmittel. Und wieder hatte die Familie von Alice Hornung Glück, denn die Wehrmacht kam bis dorthin nicht durch. 1944 wurde die Stadt Aden befreit. Die Mutter konnte im Krankenhaus arbeiten und betreute deutsche Kriegsgefangene. Der Vater arbeitete bei verschiedenen Widerstandsorganisationen und ging 1945 zurück nach Deutschland, um das Leben für die Familie neu zu organisieren. Mitte 1946 kam auch die Mutter mit den drei Kindern wieder  nach Deutschland zurück. Alice Hornung lebt heute in Saarbrücken. Sie ist bis heute aktiv als Vorstandsmitglied der saarländischen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-  Bund der Antifaschisten. Henri Bernhard war in den USA in einer Praxis als Augenarzt tätig und ist jetzt Rentner.

Der Kontakt, der schließlich zum Empfang bei Bürgermeister Thomas Collmann im Beckinger  Rathaus geführt hatte, lief über  Norbert Lorscheider von der Beckinger Kulturwerkstatt, da er Alice Hornung kannte, sowie einigen Mitgliedern der „Beckinger Gespräche“. Bei der Gesprächsrunde nahm auch Gemeindeoberamtsrat Volkmar Schommer teil, der in dem von ihm verfassten Buch „Bewege Jahre, Das Haustadter Tal währen der NS-Zeit, Band 1, Die Vorkriegsjahre“, ausführlich zu diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte recherchierte, teil. Dabei wurden Präsente ausgetauscht, Bilder, Bücher, eine Uhr und ein Bürgermeisterwein überreicht. Herzliche Worte fand Bürgermeister Collmann für die Familie Bernard aus den USA und die hiesigen Angehörigen der Familie.  „Sie sind hier jederzeit herzlich willkommen“, erklärte er. Zum Abschluss bedanke sich Henri Bernard im Namen seiner Familie und Verwandten für den Empfang im Beckinger Rathaus, die wohlwollenden Wort und Präsente. Vor allem die Tatsache, dass diese Räumlichkeiten die Stätte seiner Geburt seien, davon zeigte er sich total überwältigt. Wie seine Cousine Alice ergänzte, sind es heute vor allem die Kinder und Enkelkinder, die die Kontakte nach jahrelangem Stillstand heute wieder über die Kontinente hinweg pflegen. In einer Email aus den USA bedankte sich Henri Bernard nochmals für den herzlichen Empfang in Beckingen. Die ihm vom Bürgermeister Collmann überreichte Uhr steht auf seinem Schreibtisch in Detroit.  Ihr „Ticken“ beruhigt und erinnert an Beckingen, schreibt er. Versöhnliche Worte.

Foto:

Auf dem Foto von links vordere Reihe: Natalya Krings (Enkelin von Alice Hornung, geb. Bernard), Alice Hornung, Henri Bernhard und seine Ehefrau Annaruth Bernard, Anja Krings (Tochter von Alice Hornung), Gerard Carau. Hintere Reihe: Bürgermeister Thomas Collmann, Egbert Mieth, Rainer Anton, Gemeindeoberamtsrat Volkmar Schommer und Franz Steiner.

 Foto/Text: Gemeinde Beckingen




Wir im Verein - Muntere Schleppjagd durch den bunten Beckinger Herbstwald

Hörnerklang, Hufgetrampel und ein aufgeregtes Schnauben der Pferde, hier und da ein heftiges Wiehern, so kündigten sich die zwei Felder mit insgesamt 16 Pferden und ihren Reitern mit den roten Röcken den vielen Zuschauern auf der Strecke bei der herbstlichen Schleppjagd durch den Beckinger Wald an. Eingeladen hatte der Reit-und Fahrverein Beckingen. Bei strahlendem Sonnenschein konnte der 1. Vorsitzende, Josef Gehl, die Teilnehmer mit ihren Pferden, Bürgermeister Thomas Collmann, den Beckinger Ortsvorsteher Dieter Hofmann sowie die Breitensportbeauftragte des Pferdesportverbandes Saar, Uta Rosenau, begrüßen.

Wir im Verein - Muntere Schleppjagd durch den bunten Beckinger Herbstwald

Herbstzeit ist auch immer wieder Jagdzeit und so gingen 16 Reiter in ihrem für die Jagdreiterei typischen roten Röcken auf die Strecke durch den bunten Beckinger Blätterwald.

Nach Sektempfang und Eintragung in das Jagdbuch machte sich Schleppenleger Paul Maurer als Erster auf die Strecke und führte das Feld an. Unter dem Master Stefan Odenbreit machten sich dann die Teilnehmer des ersten Felds, das über die Sprünge ging, auf die gut 15 Kilometer lange Strecke, die mit 20 jagdgerechten Hindernissen bestückt war. Das zweite Feld, angeführt von Ursula Kuhn, folgte wenig später, umritt dabei aber die Sprünge. So ging es im munteren Galopp durch den bunten Herbstwald. Viele Zuschauer an der Strecke sahen begeistert zu. Eine Rast für Pferde und Reiter bei einem kleinen Imbiss und den Klängen der Parforcehornbläser St. Georg aus Saarbrücken bot sich auf halber Strecke an. Anschließend ging es über die restlichen Schleppen zurück zum Ausgangspunkt der Schleppjagd, zum Reiterhof „Auf den Kiefern“ Beckingen. Die Jagdstrecke verlief wie in den vergangenen Jahren durch die weiten Wälder und Wiesen sowie über viel Sandboden, wobei sich auch die Sprünge gut nehmen ließen. Zurück auf der Reitanlage, wo schon das Feuer loderte, ging ein wunderschöner Jagdtag zu Ende bei einem abschließenden Essen für alle auf der einladenden Terrasse und dem Innenraum der Gaststube. Die Breitensportbeauftrage des Pferdesportverbandes Saar, Rosenau, bedankte sich bei allen Verantwortlichen für die Ausrichtung der Schleppjagd und die Unterstützung der Jagdreiterei. Sie lobte die wunderbare Anlage am Beckinger Waldrand. Bürgermeister Thomas Collmann bedanke sich, ebenso wie Ortsvorsteher Dieter Hofmann, für die Einladung und fand lobende Worte für die Veranstaltung insgesamt. „Die Stimmung war vom morgendlichen Sektempfang bis zum Jagdessen abends bestens“, zog der erste Vorsitzenden des die Schleppjagd ausrichtenden Vereins, Josef Gehl, nach der Veranstaltung Bilanz und weist jetzt schon auf den Herbstritt am Samstag, den 25. November 2017 hin. Dabei werden nicht nur die Pferde gesattelt, sondern auch die Wanderschuhe geschnürt.

 

Fotos/Text: Verein

Bürgermeister Thomas Collmann, der erste Vorsitzende Josef Gehl, die Breitensportbeauftragte des Pferdesportverbandes Saar, Ute Rosenau sowie der Beckinger Ortsvorsteher Dieter Hofmann bei der Eröffnung der Schleppjagd bei strahlendem Sonnenschein.