Kreizgass wurde wieder zur Partymeile

Die Hitze dieses „Supersommers“ tat dem Fest der guten Laune keinen Abbruch. Auch zum 34. Topfstädter Dorffeschd kam an allen drei Tagen ausgelassene Stimmung bei Live-Musik bis in die späten Abendstunden auf. Traditionell wurde das Straßenfest mit einem bunten Festumzug der Vereine, aufgelockert durch die Präsentation ausgefallener Oldtimer, eingeläutet. Anschließend zog man in die „Kreizgass“ ein, wo das Fest im Beisein vieler Gäste, darunter Bürgermeister Thomas Collmann sowie Mitgliedern des Gemeinderates und Ortsrates, mit einem zünftigen Fassanstich durch den Schirmherrn der Veranstaltung, Stephan Toscani, Präsident des Saarländischen Landtages, Böllerschüssen und Freibier eröffnet wurde.

Kreizgass wurde wieder zur Partymeile

Mit einem zünftigen Fassanstich eröffnete Schirmherr Stephan Toscani, Präsident des saarländischen Landtages, das 34. Topfstädter Dorffeschd.

Nachdem der „Schellenmann“ seine „Bekanntmachungen“ verkündete, hatte zunächst der Schirmherr der Veranstaltung “Stephan der 34.“, das Wort. Stephan Toscani würdigte das Topfstädter Dorffeschd als eines der größten und schönsten Straßenfeste an der unteren Saar und lobte die Organisatoren, die dieses Fest schon seit vielen Jahren stemmen. Er wünschte als Schirmherr der Veranstaltung einen guten Verlauf. Ortsvorsteher Thomas Ackermann dankte Maria Meyer, ihrem Organisationsteam und den ehrenamtlichen Helfern für die Ausrichtung des schönen Festes. Maria Meyer dankte vor allem den Anwohnern der „Kreizgass“ für ihr Verständnis und ihre Geduld während der Veranstaltung. Mit einem tollen Programm für Jung und Alt, diesmal auch wieder mit einer Sommerkirmes, einem großen Kindernachmittag mit Zauberer Martin Mathias, Straßenmalwettbewerb, Ponyreiten und Eselkutschfahrten, Frühschoppen an allen Ständen sowie Live-Musik auf drei Bühnen bis in die laue Sommernacht hinein, kam das Topfstädter Dorffeschd auch bei seiner 34. Auflage und trotz der großen Hitze bei den vielen Besuchern aus nah und fern wie immer gut an. Samstagabends besuchte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans das Fest und ging von Stand zu Stand. Auch Bürgermeister Thomas Collmann ließ es sich nicht nehmen, in der  Festmeile zu verweilen und sich bürgernah zu informieren und auszutauschen. Die Festmeile war gut gefüllt mit Hochbetrieb an allen Ständen. Für ausgelassene Stimmung sorgten an den drei Bühnen  unter anderem die Bands „Da Capo“, „Gipfelkraxler“, „Alex Breidt & Ingo Faust“, „feïn“, „Partysound mit Sängerin“, „The Silver“ „Annäx“ sowie einige Überraschungen. Für weitere musikalische Abwechslung sorgten verschiedene Männerchöre. Auch der Kindernachmittag, hier vor allem der große Straßenmalwettbewerb, kam gut an. Zauberer Martin Mathias verzauberte kleine Helden und große Gäste und zog alle in seinen Bann mit seiner Magie. Viele Kinder griffen beim Straßenmalwettbewerb zur Kreide und malten große bunte Motive auf die Straße. Den ersten Preis, 5 Karten fürs Kinderkarussell, gewann ein kleines Mädchen, das geduldig neben seinem Straßenbild auf die Jury gewartet hatte

Die Vorsitzende des Dorffeschdkomitees, Strippenzieherin Maria Meyer, zog eine positive Resonanz. „Schon beim Umzug zur Eröffnung mit diesmal 21 Gruppen und Oldtimern und über die ganzen Festtage hinweg konnten wir trotz der Hitze Hochbetrieb konstatieren“, hielt sie fest. Damit hatte man bei der Wetterlage gar nicht gerechnet. Auch die Teilnahme der Stände in der Kreizgass hatte sich um 2 Essenstände und einen Bierstand erhöht. „Allerdings wurde diesmal wohl mehr getrunken und weniger auf die Kulinarik zurückgegriffen, was man bei der Hitze ja auch gut verstehen kann“, erklärte sie. Aufgetischt für die Gäste hatte man jedenfalls genug, dafür ist das Topfstädter Dorffeschd ja ohnehin bekannt. Neben altbewährten Leckereien wurde diesmal auch ein Spanferkel serviert. Mit Live-Musik klang das Fest, bei dem auch diesmal die einfallsreiche Kulinarik und die dazu passenden Getränke aller Art keine Wünsche offen ließen, sonntagabends aus.

 

Maria Meyer, Vorsitzende des Dorffeschdkomitees, bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste zur Eröffnung.

 

Foto/Text: Gemeinde Beckingen




Wir im Verein - Turnverein Germania Düppenweiler

In der ersten Ferienwoche veranstaltete der Turnverein Germania Düppenweiler sein 50. Zeltlager, über das bereits berichtet wurde. Als Gäste konnte der erste Vorsitzende Julian Schommer unter anderem Bürgermeister Thomas Collmann und Ortsvorsteher Thomas Ackermann begrüßen. Die langjährige Leiterin des Zeltlagers, Sylvie Bies, wurde für ihre Verdienste geehrt. Nachstehend weitere Fotos zu der wiederum gelungenen Ferienveranstaltung.

Wir im Verein -   Turnverein Germania Düppenweiler

Eine der Tanzvorführungen bei „Best of Pützweiher“

 Fotos: nb

 

Bürgermeister Thomas Collmann, der erste Vorsitzende Julian Schommer, Zeltlagerleiterin Sylvie Bies und Ortsvorsteher Thomas Ackermann (von links) freuten sich über das gelungene Jubiläum.
 Ortsvorsteher Thomas Ackermann (rechts) überreichte dem ersten Vorsitzenden Julian Schommer ein Geldpräsent der Gemeinde.
Die langjährige Zeltlagerleiterin Sylvie Bies (links) wurde vom ersten Vorsitzenden Julian Schommer für ihre Verdienste geehrt.

 

 




Erstmals Schmelzen mit offenem Ofenauge gelungen

Schmelzvorgänge nach historischem Vorbild demonstriert - Es zischte und glühte, die Funken flogen und es war höllisch heiß in der Schmelzhütte, die mit Pochwerk und Maschinenanlagen zur Kupferhütte gehört. Vor den beiden Schmelzöfen hatte Werner Kockler, erster Vorsitzender des Vereins „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur“ e.V. mit weiteren Helfern den beiden Schmelzöfen richtig gut eingeheizt.

Erstmals Schmelzen mit offenem Ofenauge gelungen

Höhepunkt beim 7. Schmelzertag - der Abstich an einem der beiden Schmelzöfen in der Schmelzhütte.

Die ersten Vorbereitungen dazu hatten die Vereinsmitglieder schon Tage zuvor getroffen. Da sich im letzten Jahr erwiesen hatte, dass das vorhandene Gebläse nicht ausreicht, beide Schmelzöfen gleichzeitig ausreichend zu versorgen, wurde zunächst nur ein Ofen vorbereitet. In der Herrichtung des Schmelzofens wurde dabei der Ofenboden mit einer Mischung aus Lehm, zerstampfter Holzkohle und Pferdehaaren ausgekleidet. Im zweiten Ofen, in welchem sich noch die „Ofensau“ (geschmolzenes Kupfererz, das nicht flüssig genug war, um aus dem Ofen auszulaufen) aus dem letzten Jahr befand, sollte in diesem Jahr versucht werden, mit offenem Ofenauge zu schmelzen. „Der Vatertag war recht gut besucht. Wir hatten Besucher in der Schmelzhütte und auch Untertage. Die Funktionsweise der Hütte wurde den Besuchern demonstriert und detaillierte Angaben zu den interessierten Fragen der Besucher gemacht“, so Werner Kockler. 

                                                            

Am Schmelzertag selbst begann die erste Arbeitsschicht für Werner Kockler und seine Helfer zur Beschickung der beiden Schmelzöfen schon morgens um acht Uhr. Um diese auf mindestens 1300 Grad Celsius zu bringen, damit das Kupfer schmelzen und ausfließen kann, hatten der erste Vorsitzende und Eric Nees (aus Fischbach bei Idar-Oberstein) alle Hände voll zu tun. Ein Schmelzofen wurde auf die herkömmliche Weise mit geschlossenem Ofenauge und Gebläse und der andere versuchsweise mit offenem Ofenauge ohne Gebläse betrieben. 

Allmählich stellte sich Betrieb auf dem Außengelände ein, wo sich Kinder tummeln, um zum Beispiel an einer der Stationen der Eventschmiede Biringer ihr erstes Hufeisen anzufertigen oder beim „Münzmeister“ Wolfgang Wax eine eigene Münze zu prägen. Unterhalten wurden die Besucher durch die „Litermont Musikanten“. Dazwischen ging es im Stundentakt in kleinen Gruppen durch die unterirdischen Stollen des Besucherbergwerks um zu erfahren, welche Strapazen die Bergleute früher auf sich nahmen, um an das begehrte Kupfer zu kommen. Untertage in den dunklen Stollen erfuhr man dabei eine angenehme Kühle, während in den beiden Schmelzöfen die Temperaturen stetig nach oben kletterten, was sich auch in der Schmelzhütte bemerkbar machte. Die Spannung stieg, immer mehr Gäste fanden sich vor den beiden Schmelzöfen ein, um sich über den Schmelzvorgang zu informieren. Erstaunlicherweise erwies sich der Versuch, mit offenem Offenauge zu schmelzen, als sehr erfolgreich. Bereits nach ca. 3 ½  Stunden lief das erste geschmolzene Kupfererz in dünnen Fäden aus dem Ofenauge. So konnten die Besucher erstmals auch eine permanente Kupferschmelze beobachten. Erst Erzgewinnung unter Tage bei einer Führung durch das Bergwerk, dann die Weiterverarbeitung des Kupfers über Tage nach historischem Vorbild des 18. Jahrhunderts, der Schmelzertag lockt immer wieder Gäste aus nah und fern an das Besucherbergwerk in Düppenweiler, das mit Kupferhütte mit Maschinenanlegen, Pochstempeln und Antriebswellen, Zahnkränzen, Getrieben, Blasebälgen und Wasserrädern in dieser Form in ganz Südwestdeutschland einmalig ist. Wie geplant ging es dann gegen 16.00 Uhr an den Abstich am zweiten Schmelzofen. Werner Kockler sowie seine Helfer Eric Nees, Günter Fuchs und Eva Gross waren alle ausgestattet mit feuerfesten Handschuhen, Schutzhauben und Schürze sowie Stecheisen, Kratze (Krummeisen) und Forkel (Hüttengabel). Mit mehreren Schlägen mit dem Vorschlaghammer wurde das im Ofenauge befindliche Stecheisen gelockert und dann von Kockler mit einem kräftigen Ruck herausgezogen. Sofort ergoss sich aus dem Ofen ein dicker Strahl glühend heißem flüssigem Kupfer in den Vorherd, vielleicht schöner als alle Jahre zuvor. Die Gäste schauten auf die funkelnde Glut, zückten ihre Fotoapparate, um den spannenden Moment des Kupferzaubers in der Schmelzhütte festzuhalten. Der Aufwand hatte sich in diesem Jahr wirklich gelohnt, hatten doch beide Schmelzöfen in diesem Jahr auf ganz unterschiedliche Weise hervorragend funktioniert. Kockler und seine Helfer wischten sich erleichtert den Schweiß aus dem Gesicht. Früher muss es wohl auch so gewesen sein, ahnten die Gäste. Zeit für ein Feierabendbier und zum Abschluss eine Bergmannsvesper, das gehörte einfach dazu. Bei guter Stimmung ging so der 7. Schmelzertag zu Ende. „Der diesjährige Schmelzertag war wieder eine gelungene Veranstaltung, auch wenn offenbar wegen der Hitze einige potentiellen Besucher zu Hause geblieben waren. Die hatten dann aber gerade die diesjährige Besonderheit des Schmelzens mit offenem Ofenauge verpasst“, resümierte Kockler am Ende der Veranstaltung.

 

 

Fotos/Text: Gemeinde Beckingen

 

Der Bergmannspokal wurde diesmal an Heinz Lauer vom Bergmannsverein Brotdorf weitergereicht.
 
Geschmolzenes Kupfer fließt in den Vorofen. 
Erfolgreiches Schmelzen am offenen Ofenauge.