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Mundartnachmittag des Heimatvereins Honzrath erfreute wieder die Besucher

Freunde des moselfränkischen Dialekts kamen beim traditionellen Nachmittag der Mundartgruppe des Heimatvereins Honzrath in der Mehrzweckhalle wieder voll auf ihre Kosten. Während für das leibliche Wohl mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen gesorgt war, taten es die mitwirkenden Mundartautoren mit originellen Beiträgen zur Unterhaltung. Namens der Mundartgruppe hieß Gudrun Reinert die Gästeschar, darunter auch Ortsvorsteher Joachim Gratz, willkommen und führte durch das Programm unter dem Thema „Mi.er wo.eren aach mol jonk“.

Mundartnachmittag des Heimatvereins Honzrath erfreute wieder die Besucher

Moderatorin Gudrun Reinert von der Mundartgruppe des Heimatvereins Honzrath (Mitte) mit den Akteurinnen und Akteuren. Auf dem Gruppenfoto fehlt Martha Ludwig, die aber auf Foto zwei zu sehen ist.

 Mit seinem Lied „Fri.er wor alles anschder“ schwelgte  der Honzer Liedermacher Werner Schäfer, Jahrgang 1945, in Erinnerungen an seine Jugendzeit als Vierzehnjähriger. Auch Mundartautor Heinz Kollmann, erstmals mit von der Partie, erinnerte mit seinen Vorträgen „De Maadscho.uh“ und „Mei Nooper“ an die Zeit ohne Einkaufsmärkte, aber met noch vill Noperschaftshelf.  Erlebnisse aus ihrer Jugendzeit schilderte ebenfalls die Debütantin Anita Seger aus Düppenweiler. Zum einst ehrenwerten Begref „Aanstand“, den mer net met dem Scheimleffel gefress hott,  gehörte nach den Worten des einheimischen Autors Hans-Peter Spelz aach, off de Lehrer zu hi.eren. Er befasste sich auch met dem „Raschbeln“ en der Karwoch, bei dem noch Ordnung herrschte und dat Eierensammeln et beschde wor. Heimatvereinsvorsitzender Werner Reinert gab preis, wie er als jonger Bursch in Oma Marie´s Gemischtwarenladen  Zigaretten stibitzte und met seinen Kollegen an Kapp rauchte. Über seinen gudden Schutzengel, der ihm bei Mopedstürzen beistand, erzählte Werner Schäfer. Martha Ludwig stieg ans Mikrophon, um über ein Erlebnis bei der Wanderung der Katholischen Jugend zum Geisweilerhof zu plaudern, wo auf der Toiletten erstmals Urinale gesehen wurden, die jedoch wie sich späder rausstellte, net zum Fi.eswäschen beste.mt woren. Autorin Irmgard Diwersy aus Bachem schwärmte mit ihrem Text „O du scheen alt Zeit“ von früher, als es einfaches Essen gab on noch zehn Leit zesummen  am Deesch  gesess hotten.  Ebenso brachte sie met „de Sonndisch“ frühere Sonntagsgepflogenheiten in Erinnerung. Dass die 70er Jahre die beschden Johre woren, besang  Werner Schäfer als „Oldie Mann“. Anita Seger befasste sich in ihrem Beitrag „Mei Fahrrad“ mit dem Drahtesel, der früher auch gerne von den Buben zur Mitnahme der Mädchen auf dem Gepäckträger genutzt wurde. Um Fahrräder drehte sich unter anderem auch der Vortrag „De Ennerbox“ von Hans-Peter Spelz, denn diese ausgedienten  Unterwäschestücke aus damals noch mehr Stoff, wurden oft als Putzlappen zur Fahrradreinigung verwandt. Sein weiterer Text unter dem Titel „Et eescht Mool“ handelte von einer Fahrradtour mit einem Mädchen in den Wald, wo es das erste Mal probiert wurde, allerdings das Zigarettenrauchen. Die Marotten seiner Vaters nebst strenger Erziehung schilderte Heinz Kollmann in seinem Kindheitsrückblick „Kollmanns Heinrich enn Raasch“, Seine Erfahrungen met em Rindve.ih gab Werner Reinert preis. Wie ein Vollstreckungsbeamter bei seiner Amtsausübung  von Bauern auf die Schippe genommen wurde, brachte Irmgard Diwersy mit ihrer heiteren Geschichte „Et Hissjen bei de Bauersleit“ zu Gehör. Zum Schluss des Nachmittags sang Werner Schäfer  das Lied „He.i em kleinen Saarland“.

 

 Fotos/Text: nb

 

Mundartautorin Martha Ludwig bei ihrem Vortrag.