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Gedenkfeier und Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof in Reimsbach

„Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit“ so Jürgen Dörholt - Anlässlich des Volkstrauertages, einem Tag der Erinnerung und Mahnung, fanden in den Gemeindebezirken Feierstunden zum Gedenken der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, der Vertriebenen, Verfolgten und Gefallenen beider Weltkriege statt, so auch auf dem Ehrenfriedhof in Reimsbach. Der Waldfriedhof wurde im Frühjahr 1940 angelegt. Auf der Kriegsgräberstätte fanden insgesamt 314 Opfer des Zweiten Weltkrieges verschiedener Nationen ihre letzte Ruhe.

Gedenkfeier und Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof in Reimsbach

Bürgermeister Thomas Collmann und Ortsvorsteher Jürgen Dörholt bei der Kranzniederlegung

REIMSBACH: An der traditionellen Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Reimsbach nahmen neben Diakon Udo Selzer mit Messdienern, Mitbürgern sowie Mitgliedern von Vereinen und Organisationen unter anderem auch Vertreter der Kommunalpolitik, darunter Bürgermeister Thomas Collmann, Ortsvorsteher Jürgen Dörholt (Reimsbach), Ortsvorsteher Ralf Selzer (Oppen), der stellvertretende Ortsvorsteher Dirk Maxem (Oppen), Ehrenortsvorsteher Gustav Brandstätter (Reimsbach), sowie Gemeinde- und Ortratsmitglieder teil. Zur musikalischen Umrahmung der Veranstaltung trug der Musikverein Reimsbach-Oppen bei. Bundeswehrsoldaten aus Merzig standen Ehrenwache, Feuerwehrmitglieder aus Reimsbach und Oppen, das DRK-Reimsbach-Oppen, der Berg- und Hüttenarbeiterverein Reimsbach-Oppen und der Schützenverein „Tell“ standen mit Fackeln Spalier und säumten den Weg zwischen den Gräberfeldern. Zuvor hatte man den Volkstrauertag mit einem Wortgottesdienst in der Kirche begonnen und ging dann in einem Trauerzug zunächst zu den Ehrengräbern auf dem Reimsbacher Friedhof und dann zum Ehrenfriedhof, wo die Kranzniederlegung mit Gedenkminuten und die Segnung der Gräber stattfanden.

Ortsvorsteher Jürgen Dörholt wies in seiner Ansprache auf die hohe Zahl der Menschen hin, die ihr Leben im Krieg verloren haben. „Ich danke Ihnen, dass Sie heute hierhergekommen sind, um der vielen Frauen, Männer und Kinder aus unserem Land und vielen anderen Ländern zu gedenken, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind“, so Ortsvorsteher Dörholt. „Auch jetzt, während wir uns zu einer stillen Stunde des Innehaltens der Trauer und des Erinnerns versammelt haben, kämpfen woanders Menschen um ihr Leben oder sind in ihrer Freiheit bedroht. Die Frage nach Krieg und Frieden ist aktuell geblieben. Frieden ist noch lange nicht“, hob Dörholt hervor. Frieden und Freiheit seien die Grundlagen jeder menschenwürdigen Existenz und fast selbstverständlich in einer Demokratie, sollte man meinen. Es sei ein weiter Weg zur Demokratie gewesen und heute versuchten radikal orientierte Kräfte, die Demokratie wieder abzuschaffen. Deshalb sei es wichtig und richtig, bereits kleinen Kindern zu vermitteln, dass Demokratie ein Grundstein von Frieden und ebenso von Toleranz, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sei. „Uns geht es um ein Gedenken, das sich der Geschichte stellt und deshalb nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Gegenwart und in unsere Zukunft blickt“, so Dörholt. Auch wenn die meisten Konflikte und Gewaltausbrüche in unserer Zeit sich in Ländern und Regionen zutrügen, die weit entfernt von uns lägen, bedeute dies nicht, dass sie uns nichts angingen. In Europa hätten die Politiker nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf Annährung und Aussöhnung gesetzt. Der Weg sei oft nicht leicht, aber gangbar und wirkungsvoll gewesen. Aus der Geschichte wisse man sehr genau, dass Freiheit und Demokratie nicht von alleine entstünden und nicht von alleine erhalten blieben. Sie brauche vielmehr Menschen, die diese Werte erkämpfen, bewahren, schützen und stärken. „Deshalb kommt Gedenktagen wie dem Volkstrauertag nach wie vor ein hoher Stellenwert zu“, betonte Dörholt. Ein Gedenken, sich der Geschichte zu stellen, zu sensibilisieren um bedrohliche Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen, Frieden und Freiheit hoch zu schätzen.

Anschließend nahm Ortsvorsteher Jürgen Dörholt mit Bürgermeister Thomas Collmann die Kranzniederlegung vor. Nach einer Gedenkminute segnete Diakon Udo Selzer die Kriegsgräber. Nach der Gedenkfeier waren alle ins Vereinsheim des FC Reimsbach eingeladen.

 

Fotos/Text: Gemeinde Beckingen

 

Die Segnung der Kriegsgräber nahm Diakon Udo Selzer vor. 
Gedenkfeier auf dem Reimsbacher Ehrenfriedhof