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Kulturstiftung Beckingen

Die Stiftung „Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen“

Der   Gemeinderat   Beckingen   hat   mit  Beschluss  vom  2. März 2005 die Stiftung „Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen“ errichtet. Die Anerkennung durch das Ministerium für Inneres, Familie, Frauen und Sport als Stiftungsbehörde erfolgte am 6. April 2005.

 

Organe der Stiftung sind das Kuratorium und der Vorstand. Das Kuratorium besteht aus 11 Mitgliedern, davon werden 10 vom Gemeinderat bestellt und abberufen. Der/die jeweilige Bürgermeister/in der Gemeinde Beckingen ist geborenes Mitglied des Kuratoriums und führt den Vorsitz. Dem Kuratorium gehören außerdem Ulrich André, Daniel Minas, Hermann-Josef Lang, Josef Bernardi, Elmar Seiwert, Manfred Schneider, Karl-Rudi Wilhelm, Gaby Mieth, Norbert Pitzius und Jutta Marzen an.

Die Stiftung wird durch den Vorstand gerichtlich und außergerichtlich vertreten. Der Vorstand leitet die Stiftungsverwaltung, bereitet die Beschlüsse des Kuratoriums vor und führt sie aus. Für die Erledigung der Geschäfte der laufenden Verwaltung bedient er sich der Gemeindeverwaltung. Er besteht aus drei Personen, dem Vorsitzenden und zwei Stellvertretern. Zwei seiner Mitglieder müssen dem Gemeinderat angehören. Das Amt des Vorsitzenden bekleidet Axel Jungmann, seine Stellvertreter sind Rainer Anton und Axel Kläser.

Die Aufgaben der Stiftung „Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen“ bestehen zum einen darin, kulturhistorisch erhaltenswerte bewegliche oder unbewegliche Sachen im Bereich der Gemeinde Beckingen im Rahmen der Möglichkeiten des Stiftungsvermögens zu sammeln und in das Vermögen der Stiftung zu überführen, um sie vor Verlust oder Zerstörung zu bewahren und sie einer interessierten Öffentlichkeit und der wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich zu machen. Für den Aufbau einer gemeindlichen Sammlung stehen der Stiftung Räumlichkeiten in der ehemaligen Schule in Honzrath zur Verfügung.

Aufgabe der Stiftung ist es aber auch, im Rahmen besonderer Projekte die kulturelle Identität in der Gemeinde Beckingen zu fördern und Kunstwerke, die für die Gemeinde Beckingen von besonderem Interesse sind, zu erwerben.

Die Stiftung hat mittlerweile 4 größere Projekte verwirklicht.

 

1. Eine Ausstellung über die Deutschherren in Beckingen im renovierten Rathaus

 

                     

Der Deutsche Orden unterhielt rd. 500 Jahre lang in Beckingen eine Kommende, wobei der Komtur von Beckingen lange Zeit gleichzeitig auch das Amt des Landkomturs der Deutschordensballei Lothringen bekleidete.

            

 

Zehntentor

 

 

 

 

 

2. Neun Skulpturen namhafter Künstler haben ihren Standort im "Beckinger Saargarten“ gefunden.

 

 

 

 Am Eingang zum Saargarten befindet sich die Skulptur

 

Dreiländereck

des Lothringer Künstlers Toun aus Waldwisse.

Diese etwa zwei Meter hohe Skulptur besitzt eine unterschiedliche Dreiteilung auf der Vorder- und Rückseite. Als Werkstoff findet gelber Standstein aus Frankreich Verwendung. Der Dreigeteilte Kreis auf der Vorderseite ist aus Sandstein aus dem Saarland gefertigt.

 

 

 

 

Vertrauliches Gespräch

von Hubertus Jacobs aus Rehlingen-Siersburg

Bei der Skulptur „Vertrauliches Gespräch“ handelt es sich um ein Pop-Art-Objekt von altbekannten Gegenständen, in diesem Fall von in der Landwirtschaft und im Gartenbau benutzen Hacken. Als Werkstoff diente Stahl bzw. Stahlblech. Die Flächen sind in 5 mm Stahlblech gearbeitet, die Schäfte geschmiedet. Die Maße der Skulptur betragen in der Höhe 250 cm, in der Länge 140 cm und in der Breite 80 cm.

 

Evolution

von Joan Thimmel aus Perl-Borg

Bei der  „Evolution“ liegt die Vorstellung zugrunde, dass es in der Welt viel Eckiges gibt. Durch Wasser, als Synonym für Entwicklung verstanden, wird aus eckig rund. Von daher ist diese Skulptur auf der einen Seite eckig, pyramidenförmig, auf der anderen Seite rund, zur Mitte kommend. Als Werkstoff der 1,80 m hohen und 3,00 m breiten Skulptur findet Sandstein aus Udelfangen bei Trier Verwendung.


 

Kommunikation

des Beckinger Künstlers Killguss

Die Skulptur „Kommunikation“ soll suchende, neugierige, fragende, sich informierende und kommunizierende Menschen darstellen. Sie besteht aus sieben, etwa 300 cm hohen Elementen aus Stahl. Eines dieser Elemente ist koloriert. Auf den Stahlkörpern sind weitere symbolhafte Elemente, quasi „Antennen“, aufgebracht.

Verschiedene Meinungen

von Joan Thimmel aus Perl-Borg

Die Skulptur „Verschiedene Meinungen“ ist in einem Stück aus Sandstein aus Udelfangen bei Trier gefertigt. Die Maße betragen in der Höhe 2,00 m, in der Breite etwa 1,00 m und in der Tiefe etwa 0.60 m.

Sonne

von Harald Simon aus Merzig-Besseringen

Bei der Skulptur „Sonne“ fand chinesischer  Sandstein als Werkstoff  Verwendung. Zur Darstellung der Sonne verwendet der Künstler etwa 1cm starkes, gelbes und rötliches Glas. Die Maße betragen in der Höhe 2,00 m, in der Breite 0,90 m und in der Tiefe etwa 16 – 17 cm.

 

 

 

 

 

 

 

Skulptura 2008

 Der über zwei Meter hohe und dreieinhalb Tonnen schwere Udelfanger Sandstein fand am Eingangsbereich des SaarGartens Aufstellung. Er bringt das der „Skulptura“ zugrunde liegende, von Helmut Kopp formulierte Verständnis von Kunst zum Ausdruck: „Kunst hilft, Kunst lehrt, Kunst ist … sehen, hören, fühlen, spüren, schmecken, riechen.“ Joan Thimmel aus Perl hatte den gewaltigen Stein ausgewählt, der Lothringer Toun aus Waldwisse meißelte die Schrift hinein und Andres Medl aus der Eifel gestaltete drei Steinscheiben in Rot, Blau und Gelb als farbliche Symbole für die wichtigsten Materialien in der Bildhauerei: Stein, Eisen und Holz.

Stille

von Werner Bitzigeio aus Winterspelt / Eifel 

Für diese Stahlkugel hat der Künstler bis zu 300 Stahlstäbe von 30 bis 120 cm Länge zusammengeschweißt. Das Gewicht der Kugel beträgt zwei Tonnen, ihr Durchmesser 2,50 m. „Vom Chaos der kleinen Einzelteile zu einem großen Ganzen, das in eine absolute empirisch konkrete Form eingebunden ist“, will der Künstler seine Skulptur verstanden wissen.

Installation

von Doina Tatoli aus Rumänien

Die bunten Seile der 21 x 21 m großen Installation der rumänischen Künstlerin lassen dieses Gebilde aussehen wie die schillernden Flügel einer Riesenlibelle. Hierfür wurden Metallmasten von 3 – 9 m Höhe in der Erde verankert, an denen die Künstlerin die Schnüre befestigt hat. Durch dieses Werk werden die Besucher bereits von weither auf den „SaarGarten – Skulpturenpark“ aufmerksam macht.

Die Realisierung des Projektes wurde nicht zuletzt durch Sponsoren sichergestellt.

 

3. Bei der "Skulptura 2008 Beckingen" haben 16 Künstler rd. 250 Skupturen im Bereich des Beckinger Bahnhofs, der ehemaligen Güterhalle und im Sägewerk Speiser den Besuchern präsentiert. Zwei Jahre später fand ebenso erfolgreich die Skulptura 2010 Beckingen statt.

 

Eine ausführliche Dokumentation ist unter Skulptura 2008 eingestellt.


Eine ausführliche Dokumentation ist unter Skulptura 2010 eingestellt.

 

4. Kunstaktion "Fahnen für Beckingen"- ein Projekt für den öffentlichen Raum

 

Kunstaktion „Fahnen für Beckingen“ gestartet

Bürgermeister Erhard Seger: „Diskussion ist erwünscht!“

 

Als erstes gemeinsames öffentliches Projekt der Gemeinde Beckingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für aktuelle Kunst im Saarland startete 2013 die Kunstaktion „Fahnen für Beckingen“. In allen neun Gemeindebezirken wurden dazu insgesamt 30 Fahnenmasten, geschmückt mit weißen Fahnen mit ausgewählten Zitaten zu Kunst, die Texten von Künstlern, Philosophen, Dichtern, Musikern und Wissenschaftlern entstammen, gehisst. In den Jahren 2008 und 2010 wurde seinerzeit mit großem Erfolg die Ausstellung „Skulptura Beckingen“ durchgeführt. Aus inhaltlichen und finanziellen Gründen

konnte die „Skulptura“ jedoch nicht mehr fortgeführt werden. Deshalb entschied  sich die Stiftung Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen zusammen mit dem Institut für aktuelle Kunst im Saarland, in Sachen „Kunst im öffentlichen Raum“ neue Wege zu gehen. Gemeinsam mit der Stiftung Kulturbesitz in der Gemeinde Beckingen und dem Institut mit Sitz in Saarlouis habe man nach einer gründlichen Bestandsaufnahme der schon vorhandenen Kunst im öffentlichen Raum über ein neues Konzept, das nicht mehr nur auf die Örtlichkeit „SaarGarten“ und „Alter Bahnhof Beckingen“ beschränkt sein sollte, nachgedacht. Mit dem neuen Projekt wird die Kunst in die Orte geholt und damit unabhängig von einem Ausstellungsraum. „Weiße Fahnen als Friedensfahnen“, erklärte Bürgermeister Erhard Seger beim Start des neuen Projektes und will damit „Kunst als Friedensarbeit“ verstanden wissen. Dabei sei Diskussion über die Aktion und über Kunst überhaupt erwünscht. „Kunst ist Diskussion“ erklärte er und gab zu verstehen, dass die Gemeinde und die Stiftung Kulturbesitz in der Gemeinde Beckingen Kunst auch weiterhin als wichtigen Teil des gesellschaftlichen Lebens fördern wollen. Zur Eröffnungsveranstaltung konnte Axel Jungmann, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes, neben den Sponsoren Gäste aus Politik und Kunst, darunter den Verwaltungschef selbst als Kurator der Stiftung, Professor Jo Enzweiler und Dr. Petra Wilhelmy, die bei dem Projekt federführend ist, begrüßen. „Die Versuche, Kunst zu definieren, sind zahlreich“, erklärte Jungmann und führte einige Versuche an, wie zum Beispiel von  Jean Paul, der Kunst als „Wein des Lebens“ definierte oder von Pablo Picasso, der Kunst „Als eine Art von Aufruhr“ bezeichnete. Es sei besonders schwer, über Kunst zu sprechen, denn damit bewege man sich auf glattem Parkett. „Wenn es jedoch um Kunst geht, nehme ich dieses Risiko gerne in Kauf“, erklärte Jungmann, denn Kunst bedeute Freiheit, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Der Künstler habe die Freiheit zu entscheiden, ob sein Werk nur ästhetisch sein und gefallen solle, oder ob es die Gesellschaft, die Politik deuten solle. Er habe auch die Freiheit, an die Grenzen des Gewohnten zu gehen, diese zu überschreiten und damit Provokationen auszulösen. „Kunst als Provokation“, diese Freiheit des anderes Denkenden, sowie die Freiheit der Wahrnehmung eines Kunstwerkes sei es, was die Kunst für Fachleute und Laien so wertvoll mache. „In diesem Sinne bin ich mir sicher, dass unsere Fahnen für Beckingen ein Erfolg werden, so Jungmann. Dr. Petra Wilhelmy, Kunsthistorikerin und Projektleiterin, erklärte die zwei Phasen des Projektes. Auf die erste Phase der Textfahnen, die zur Auseinandersetzung mit dem Thema Kunst anregen und inhaltlich auf die nachfolgenden Künstlerfahnen vorbereiten sollen, folgen in einer zweiten Phase Künstlerfahnen, die bildende Künstler entworfen und gestaltet haben. Die Entwürfe sollen später im  restaurierten Alten Bahnhof Beckingen zu sehen sein. Die Künstlerfahnen sollen dann als temporär installierte Kunstwerke ästhetische Akzente setzen und das gewohnte Aussehen des jeweiligen Ortes verwandeln. Sie sollen dazu animieren, genauer hinzusehen, einzelne Gestaltungsmöglichkeiten zu erkennen und miteinander zu vergleichen. Die Fahnen werden in der gesamten Gemeinde über einen Zeitraum von etwa einem Jahr zu sehen sein. Damit soll auch die Zusammengehörigkeit in der Gemeinde optisch hervorgehoben werden. „In den Wind geschrieben“, könnte der Auftakt unserer Kunstaktion „Fahnen für Beckingen“ lauten, erklärte Dr. Wilhelmy. Die Redensart „etwas in den Wind schreiben“,  bedeute allerdings, dass man etwas als Verlust ansehe, es verloren gebe. Dies sei hier keineswegs der Fall. „Auf den Fahnen, die ab heute für einen längeren Zeitraum über Beckingen und seinen Gemeindeteilen im Wind wehen, finden sie kurze Sätze zum Thema Kunst. Sie sollen die Aufmerksamkeit auf das Thema Kunst lenken und zur Diskussion über Kunst, ihren Anspruch und ihre Notwendigkeit anregen und inhaltlich auf die nachfolgenden Künsterfahnen vorbereiten, die nach und nach die Textfahnen ersetzen werden“, so die Kunsthistorikerin. „In den Wind geschrieben“ bedeute also keineswegs, dass die Sache, die man angehe, bereits aufgegeben sei. Vielmehr symbolisiere der Luftraum, in dem die ausgewählten Gedanken nun vorübergehend ihren Ort gefunden hätten, den Freiraum des Geistes.

Geplant sind außerdem Workshops, Ausstellungen und Diskussionsforen. Bürgermeister Erhard Seger betonte zum Abschluss den Alleinstellungscharakter dieser Aktion und wies darauf hin, das die Kultur immer noch nur ein Bruchteil der Sportförderung in der Gemeinde sei. Er verstehe sich als Bürgermeister auch als Harmonieförderer. „Kultur ist nicht alles, aber ohne Kultur ist nichts“ betonte er zum Abschluss und dankte dem Institut, den Mitarbeitern der Verwaltung und des Bauhofes, dem Vorstand und Kuratorium, den Ortsvorstehern sowie insbesondere dem Gemeinderat für die Bereitstellung von Haushaltsmitteln.

 

 

 

 

Phase 2 der Aktion „Fahnen für Beckingen - ein Projekt für den öffentlichen Raum“  ist angelaufen

 

 

Seit Beginn des Monats Oktober wehen 30 neue Künstlerfahnen in den neun Gemeindebezirken. Sie ersetzen, wie im Zeitrahmen festgelegt, die bisherigen und bilden damit die nächste Phase der Aktion „Fahnen für Beckingen - ein Projekt für den öffentlichen Raum“, die von der Stiftung Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen in Zusammenarbeit mit dem Laboratorium - Institut für aktuelle Kunst im Saarland“ mit Sitz in Saarlouis ins Leben gerufen wurde.  Los ging es im Mai 2013 mit weißen Fahnen, die mit Textzitaten bedruckt waren. Dann wurden im August die Entwürfe der eigentlichen Kunstfahnen im Alten Bahnhof ausgestellt. Anfang April dieses Jahres fand die Vorstellung der ersten 30 Künstlerfahnen, die das letzte halbe Jahr über das Bild in der Gemeinde Beckingen geprägt haben, statt. Nun waren die nächsten 30 Entwürfe und Künstlerfahnen an der Reihe. Sie wurden offiziell im Alten Bahnhof im Rahmen einer kleinen Feier, die von der Sängerin Angela Biesel aus Düppenweiler gesanglich umrahmt wurde, vorgestellt. Stiftungsvorsitzender Axel Jungmann begrüßte die anwesenden Mitglieder, Künstler und Gäste, darunter auch Institutsleiter Professor Jo Enzweiler. „Eine ganze Weile schon wehen Kunstfahnen in allen Ortsteilen unserer Gemeinde und es gibt, wie nicht anders zu erwarten, nicht nur positive, sondern auch negative Kritik. Häufig wird die Frage gestellt: Ist das Kunst? Aber was ist überhaupt Kunst? Wenn wir nun Kunst so definieren, dass Objekte, Geschehnisse oder Gestaltungen, die unser Werterleben erregen Kunst sind und dabei berücksichtigen, dass dies positiv, negativ oder neutral sein kann, dann muss es unendlich viele Werturteile geben. Die Frage stelle sich dann: Gibt’s es überhaupt objektive Kunstkriterien, sagte Jungmann und erklärte:  „Meine Antwort ist ein klares Jein. Eine allgemein akzeptable Regel könnte vielleicht lauten: Wenn eine Schöpfung anregt, berührt, bewegt, dann hat sie einen wichtigen Zweck erfüllt. Und dies haben im Positiven, Negativen und Neutralen unsere Fahnen allemal getan. Deshalb macht unser Projekt Sinn und ich wünsche mir und uns weitere Reaktionen und damit weiteren Erfolg.“. Bürgermeister Erhard Seger führte in seinem Grußwort aus: „Nun wurden wieder freundliche und farbenfreudige Fahnen aufgehängt. Sie sind erneut ein Lichtblick in der Gemeinde. Kritik gibt es immer wieder. Ich bin kein Fachmann, beurteile aber die Kunst, ob sie  gut ist und mir gefällt. Sie hat eine ganz wichtige Funktion, denn sie ist ein friedensstiftendes Element. Ohne Kunst und Kultur wäre vieles tot.“ Dr. Petra Wilhelmy erläuterte als Leiterin das Projekt: „Ab heute löst die zweite Runde mit Fahnen acht weiterer Künstler die flatternden Bilder ab, die seit sechs Monaten das Aussehen der Gemeinde Beckingen geprägt haben. Vielleicht konnten Sie bei der Fahrt durch die Ortschaften schon feststellen, dass sich etwas verändert hat, dass neue Bilder, neue Farben und neue Ideen an die Stelle der mittlerweile bekannten gerückt sind. Eigenartig ist, wie schnell man sich an optische Gegebenheiten gewöhnt hat und sie bereits nach kurzer Zeit ausblendet. Sobald sich etwas im alltäglichen Blickfeld wandelt, reagieren wir überrascht, weil wir manchmal nicht sofort wissen, was genau uns irritiert.“  Die aktuellen Künstlerfahnen werden nach den Worten der Projektleiterin jetzt sechs Monate zu sehen sein. Danach folgen Beiträge von Kindern aus der Gemeinde, die in Zusammenarbeit mit den Schulen umgesetzt werden. „Es gibt also noch eine ganze Weile was zu sehen in Beckingen“, erklärte sie. Nach ihrer Erläuterung  stehen, wie in der vorangegangenen Phase 1 des Fahnenprojektes,  auch die jetzt beteiligten Künstlerinnen und Künstler in persönlicher Verbindung zum  Saarland. Der Beckinger Eberhardt Killguss, die Nachbarn aus Merzig, Saarlouis und Überherrn Prof. Paul Schneider, Gabriele Eickhoff und Francis Berrar sowie um Vertreter der „Hochschule der bildenden Künste Saar“  bzw. ihrer Vorgängerinstitution „Schule für Kunst und Handwerk“ in Saarbrücken: Prof. Wolfgang Nestler, Prof. Gabriele Langenddorf, Prof. Horst Linn und  Kathrin Thomas. Alle haben ein Kunststudium absolviert. „Wir können also davon ausgehen, dass sie sich die Gestaltungsformen, derer sie sich bedienen, gut überlegt haben. Nichts ist einfach so „dahingemalt“, auch wenn es sehr minimalistisch angelegt wurde“, betonte die Projektleiterin. Es gab keine Vorgaben an die Künstler hinsichtlich der Gestaltung. Auch diesmal sind die Ergebnisse sehr vielfältig.

Über das, was mit den bisherigen Fahnen geschieht, wird die Stiftung beraten. Eventuell werden sie an Liebhaber versteigert und der Erlös kommt einer Therapie für einen schwerkranken Beckinger Jungen zugute, was auch die Fahnenkritiker sicherlich nicht beanstanden.   

 

 

Kinder zeigen Flagge

Phase Vier des Projektes „Fahnen für Beckingen“ gestartet

Januar 2015 - 452 Entwürfe von Grundschülern in der Deutschherrenhalle ausgestellt

„Kinderbilder sollten gleichberechtigt neben Kunstwerken Erwachsener hängen“, erklärte Axel Jungmann, Vorsitzender der Stiftung „Kulturbesitz in der Gemeinde Beckingen“ bei der Begrüßung der zahlreichen Grundschulkinder, die an zwei Tagen ihre Entwürfe für die Phase Vier des im Mai 2013 gestarteten Projektes „Fahnen für Beckingen“ in der Deutschherrenhalle präsentierten. Neben den Eltern, Schulvertretern und Lehrern begrüßte Jungmann außerdem den Bürgermeister Erhard Seger, die Projektleiterin und Kunsthistorikerin Dr. Petra Wilhelmy vom Institut für aktuelle Kunst im Saarland, die Institutionsvertreter Jo Enzweiler und Dr. Claudia Maas sowie Ortsvorsteher und Gemeinderatsmitglieder.

 

452 Entwürfe hatten die Kinder der drei Grundschulen in den vergangenen Wochen gemalt, wobei als Themen „Beckingen – schön bunt“ für die Grundschule Beckingen, und „Alles, was fliegt“ für die Grundschulen Reimsbach und Düppenweiler die Vorgaben waren. Viele bunte Motive entstanden dabei und wurden jetzt an zwei Tagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Auch die Kinder sollen bei dem Kunstprojekt ihre Arbeiten zeigen. Und da das leider nur in einer kleineren Auswahl möglich sein wird, sollen wenigstens alle Entwürfe für die Öffentlichkeit hier an zwei Tagen zu sehen sein“, erklärte Jungmann. Recht farbenfrohe Werke mit Motiven wie Blumen, Tiere, Raketen, Leuchttürme, Heißluftballons, Friedensbriefe, Maikäfer, Herzen, Drachen, große und kleine Fische, Schmetterlinge und vieles mehr schmückten die Stellwände und brachten die Kreativität und Spontanität der jungen Künstler ans Licht. Projektleiterin Dr. Petra Wilhelmy bedankte sich bei allen, die mitgemacht hatten. „Die Kinder waren mit viel Spaß dabei“, meinte sie. „Wir haben die Kinder bewusst in das Projekt miteinbezogen um unter anderem ihr kreatives Potenzial und das aktive Sehen zu fördern. Kinder sind spontan und gestalten frei heraus, sie malen, was sie denken. Künstler und Kinder haben die spontane Kreativität gemeinsam“, so Wilhelmy. Bei Erwachsenen unterstelle man aber oft eine tiefe Sinngebung, ergänzte Jungmann. Bei Kindern dagegen sei der Akt des Malens etwas Dynamisches, ein Prozess. „Sie hören nicht auf zu malen, wenn das Bild am schönsten ist, denn das fertige Bild ist nicht immer das Ziel, sondern das Malen ist für sei ein Erlebnis“, so Jungmann. Bürgermeister Seger erklärte „Flagge zeigen ist heute mehr denn je wichtig“. Für ihn ist das Fahnenprojekt auch ein politisches Projekt. „Kunst und Kultur ist uns Menschen ganz früh in die Wiege gelegt worden“, so Seger.

30 Fahnenmasten in allen neun Gemeindebezirken waren bei dem Projekt „Fahnen für Beckingen“ – Kunst im öffentlichen Raum zunächst im Mai 2013 mit weißen Fahnen mit ausgewählten Zitaten, die sich mit Kunst beschäftigen, bestückt und in der nächsten Phase mit von Künstlern gestalteten Motiven, den Kunstfahnen, abgelöst worden. Jetzt werden die Masten mit „Kinderkunstfahnen“ versehen. Damit beginnt die vierte Phase des im Mai 2013 als erstes gemeinsames öffentliches Projekt der Gemeinde Beckingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für aktuelle Kunst im Saarland ins Leben gerufenen Projekts. Aus den 452 Entwürfen werden für jede der drei Grundschulen zehn Fahnen von den Kindern selbst ausgewählt, die dann ab März 2015 im Alten Bahnhof vorgestellt und bis Ende des Jahres Gemeinde Beckingen als „Kunst im öffentlichen Raum“ schmücken werden

 

Bei der zweitägigen Veranstaltung wurde ein Kuchenverkauf zu Gunsten der drei Grundschulen veranstaltet. Dabei kamen für jede Grundschule rund 200 Euro zusammen, die kürzlich von Axel Jungmann im Beisein von Bürgermeister Erhard Seger und dem Leiter des Schul-, Kultur-und Sportamtes der Gemeinde, Armin Buchheit an die drei Grundschulleiter Frau Kraus (Grundschule Düppenweiler), Frau Rupp (Grundschule Reimsbach) und Herrn Breinig (Grundschule Beckingen) übergeben wurden.

 

 

 

 

 

Kinder wollen Flagge zeigen – Wenn die bunten Fahnen wehen

31 bunte Schülerfahnen flattern bis 2016 im Wind

 

Bereits im Januar 2015 zeigten die Schülerinnen und Schüler der drei Grundschulen in Beckingen, Düppenweiler und Reimsbach in der Deutschherrenhalle ihre 552 Entwürfe, die sie im Rahmen des vom Instituts für aktuelle Kunst im Saarland geleiteten Projektes „Fahnen für Beckingen“ während des Schulunterrichts hergestellt hatten. Anschließend entschieden die Kinder selbst, welche der 552 Exemplare als Fahnen gedruckt werden sollten. Sie wählten 30 Entwürfe aus, zehn aus jeder Schule, die ab sofort an diversen Standorten im gesamten Gemeindegebiet im Wind flattern.

Kürzlich wurden die ausgewählten 30 Entwürfe, die inzwischen als Schülerfahnen die Gemeinde schmücken, in einer Ausstellung im Trauzimmer des Historischen Bahnhofs Beckingen vorgestellt.

Axel Jungmann, Vorsitzender der Stiftung „Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen“ konnte zur Ausstellungseröffnung zahlreiche Grundschüler, Eltern, Schulvertreter und Lehrer begrüßen. Ganz besonders begrüßte Jungmann in Vertretung des Schirmherren der Veranstaltung, dem saarländischen Minister für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon, die Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Kultur, Andrea Becker. Besondere Grüße galten neben den beiden Landtagsabgeordneten Dr. Frank Finkler und Stefan Krutten außerdem Bürgermeister Erhard Seger, dem 1. Gemeindebeigeordneten Daniel Minas, der Projektleiterin und Kunsthistorikerin Dr. Petra Wilhelmy vom Institut für aktuelle Kunst im Saarland, den Vertretern des Instituts, Jo Enzweiler und Dr. Claudia Maas, Kuratoriumsmitgliedern der Stiftung „Kulturbesitz der Gemeinde Beckingen“ sowie Ortsvorstehern und Gemeinderatsmitgliedern.

30 Fahnenmasten in allen neun Gemeindebezirken waren bei dem Projekt „Fahnen für Beckingen“ – Kunst im öffentlichen Raum zunächst im Mai 2013 mit weißen Fahnen mit ausgewählten Zitaten, die sich mit Kunst beschäftigen, bestückt und in der nächsten Phase mit von Künstlern gestalteten Motiven, den Kunstfahnen abgelöst worden. Jetzt wurden die Masten mit Schülerfahnen versehen. Damit tritt die inzwischen vierte Phase des im Mai 2013 als erstes gemeinsames öffentliches Projekt der Gemeinde Beckingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für aktuelle Kunst im Saarland ins Leben gerufenen Projekts „Fahnen für Beckingen“ in eine weitere Phase.

„In dieser Phase bezieht das Kunstprojekt die Ideen von Kindern mit ein und Kinder, die viel malen, beobachten konzentrierter, stellen sich Dinge genauer vor, entfalten mehr Phantasie und sind in ihrem Denken und Fühlen besonders kreativ“, hob Axel Jungmann hervor. Er drückte sein Bedauern darüber aus, dass seiner Meinung nach dieses hohe Phantasie- und Kreativitätspotential immer wieder verkannt,  in seinem Wert und seiner Bedeutung falsch eingeschätzt und entsprechend zu wenig oder gar nicht gefördert werde. „Wir möchten durch die Präsentation eurer Werke  auf den besonderen Wert der Kindermalerei aufmerksam machen und die besondere Bedeutung und den kindlichen Reichtum an Wahrnehmungs- und Vorstellungsfähigkeit, an Phantasie und Kreativität vor Augen führen“, so Jungmann. Kunst mache Mut, fördere die Kreativität und lasse den Ideenreichtum wachsen. „Deshalb brauchen Kinder Kunst“, erklärte er. Bürgermeister Erhard Seger freute sich über die vielen anwesenden jungen Künstler. „Eure Kinderfahnen lassen Beckingen zu einer farbenfrohen Gemeinde werden“, lobte er. Dabei sei das Projekt „Fahnen für Beckingen“ in seiner Anfangsphase umstritten gewesen. Mit den Schülerfahnen trete inzwischen zunehmend Akzeptanz für dieses Projekt ein, auch wenn viele Bürger ein ambivalentes Verhältnis zu Kunst und Kultur hätten. Das müsse man aber aushalten. „Und es ist es wert, es auszuhalten, denn kulturelle Bildung ist friedensstiftend und fördert ästhetische Werte“, erklärte Seger. „Ihr könnt zu Recht stolz sein, auf das, was ihr geleistet habt, lobte er die Kinder und wies auch die nächste Phase des Projektes hin. Dabei werden Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Bernhard-Karcher Schule die nächsten Fahnen entwerfen. Angedacht sei, zu einem späteren Zeitpunkt ein soziales Projekt zu fördern.

Die Staatssekretärin Andrea Becker übermittelte die Grüße des Ministers für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon, dem Schirmherren der Veranstaltung. Das Projekt zeige, dass Kunst und Kultur an den Grundschule der Gemeinde groß geschrieben werde. Es gehe in erster Linie um Persönlichkeitsbildung und ganzheitliche Erziehung, weshalb der Bildungsminister die Schirmherrschaft auch gerne übernommen hätte. Das Projekt „Fahnen für Beckingen“ – Kunst im öffentlichen Raum, sei bisher in dieser Form im Saarland einmalig. Gerade die Präsentation der Fahnen im Wechsel an den Masten sorge für mehr Aufmerksamkeit. Kunst bleibe erfahrbar. Diese Form der Präsentation sei ein großartiges Projekt der Kunstförderung, so die stellvertretende Staatssekretärin.

Projektleiterin Dr. Petra Wilhelmy bedankte sich bei allen, die mitgemacht hatten. Wir haben die Kinder bewusst in das Projekt mit einbezogen, unter anderem um ihr kreatives Potential zu wecken und zu zeigen. Dr. Wilhelmy ging auf das Engagement im Vorfeld ein und erklärte die Motive, die nach den Vorgaben „Alles was fliegt“ und „Beckingen – schön bunt“ entstanden waren. „Da fliegt alles Mögliche: Vögel, Schmetterlinge, Käfer, Pusteblumen, Raketen und Drachen, aber auch Elfen, Regentropfen und ein Friedensbrief. Daneben finden sich rein formale und farbige Gestaltungsübungen, wunderbare Häuserlandschaften und kräftige Bäume. Da bei der Auswahl der Entwürfe für die Fahnen ein Fehler gemacht wurde, wird eine weitere Fahne noch gedruckt und an einem zusätzlich noch zu montierenden Fahnenmast befestigt werden. „Damit flattern 31 bunte Schülerfahnen jetzt bis 2016 im Wind“, erklärte Dr. Wilhelmy. Sie erklären ohne Worte, wie viel kreatives Potential in den Kindern steckt. Für Dr. Wilhelmy steht außer Frage, dass die kindliche Kreativität, die Freude am gestaltenden Schaffen und Erfinden, intensiver gefördert werden sollte. Wie man aus Gesprächen mit den Künstlern erfahren habe, sei es ein tolles Gefühl, das eigene Bild so groß in der Landschaft zu sehen und festzustellen, wozu man fähig sei. Den Kindern werde es sicherlich genauso gehen. Die Fahnen wurden so zusammengestellt, dass die Arbeiten der kleinen Künstler im Einzugsgebiet der von ihnen besuchten Grundschule einen Platz fanden. Außerdem wurden sie nach ästhetischen Gesichtspunkten kombiniert. Zum Abschluss wünschte die Projektleiterin allen viel Freude beim Betrachten der bunten Schülerfahnen und wies auf die nächste Phase des Projektes hin. Dann nämlich werden Arbeiten der Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Bernhard-Karcher-Schule Beckingen folgen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Chor der Grundschule Beckingen unter Leitung von Waldtraud Krompholz mit passenden Liedern wie „Wenn die bunten Fahnen wehen“.

 

 

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