Artikelaktionen

„Irrlichter-Tour“ am Freitag, 24. November 2017, 17.00 Uhr, auf dem Litermont-Sagenweg

Unter dem Motto „Irrlichter-Tour“ führt die Gemeinde Beckingen am Freitag, 24. November 2017, eine Wanderung in der Dunkelheit auf einem Teilstück des Litermont-Sagenweges durch. Gerade dieser Premiumwanderweg bietet sich in dieser Jahreszeit für eine Nachtwanderung besonders an, gilt doch gerade die Herbst- und Winterzeit im Volksglauben und Brauchtum als dunkle Jahreszeit, in der Spukgeister allerorten ihr Unwesen treiben. In den Raunächten (rau = haarig, behaart) trieben nicht nur dicht behaarte Dämonengestalten allerlei Schabernack mit den Menschen. Auch die Wilde Jagd sauste durch die Lüfte und verbreitete Angst und Schrecken, die Seelen Verstorbener erschienen und künftiges Geschehen wurde in der Vorstellung der Menschen im Traum sichtbar.

„Irrlichter-Tour“  am Freitag, 24. November 2017, 17.00 Uhr,  auf dem Litermont-Sagenweg

Irrlichtertour auf dem Litermont-Sagenweg am Freitag, 24. November 2017, Start 17.00 Uhr, Dorfplatz Düppenweiler.

 Das Wilde Heer ist im deutschen Volksglauben ein Geisterheer, das nachts mit Jagdrufen und Hundegebell durch die Luft braust, angeführt vom Wilden Jäger. Vor allem im Wintersturm, in den heiligen zwölf Nächten, zieht dieses Heer unter ungeheuerem Tosen durch den Himmel, Schrecken und Unheil unter Mensch und Tier verbreitend. Aus der Furcht vor dieser Vorstellung gehen jene Sagen hervor, in denen der Wilde Jäger mit seinem Gefolge hinter Menschen und Tieren herjagt, unfreiwillige Zuschauer seines nächtlichen Heerzuges verfolgt und ihnen zu schaden versucht.

 

Im Saarland tritt der Wilde Jäger, der Anführer des Geisterheeres, in verschiedenen Sagen und Geschichten auf. Eine der bekanntesten ist die Sage vom wilden Jäger Maldix vom Litermont. In Karl Lohmeyers Sammlung „Die Sagen der Saar“ heißt es dazu: „Im Haustadter- und Primstal geht von Alters her die Sage vom Maldix, dem wilden Jäger, in dem man hier einen Grafen von Saarbrücken erkennen will. Wie die alten Leute dieser Gegend heute noch erzählen, ist derselbe oft mit Dienerschaft zu Pferde und zu Wagen, begleitet von einer Menge von Jagdhunden, von Saarbrücken aus durch die Wälder des Köllertals nach dem Litermont gezogen. Wehe dem Menschen, der dem unheimlichen Zug begegnete, in ein paar Tagen war er gestorben! Den Jagdzug des Maldix will man auch schon oft in der Luft gesehen und das Hallo der Jäger, Hundegebell, Peitschenknall, Hörnerklang deutlich vernommen haben. In dem Schloss auf dem Litermont ging es dann allemal sehr wild her, so dass sich niemand in die Nähe traute. In sehr dunklen Nächten war es am schlimmsten, da hörte man das Gejohle der wilden Jagd manchmal stundenweit.“

 

Ebenso wie um den wilden Jäger ranken sich auch um Irrlichter, einem Phänomen, das beinahe auf der ganzen Welt bekannt ist, viele Sagen und Legenden. Eigentlich ist das Irrlicht ein kleines, bläuliches Flämmchen, das über sumpfigen, von verwesenden organischen Stoffen erfüllten Böden erscheint und dessen Entstehungsursache vermutlich auf der Selbstentzündung von Sumpfgasen beruht. Das beeindruckende Schauspiel der Irrlichter bot dem Volksglauben ideale Voraussetzungen für unheimliche Erklärungsmuster. So galten Irrlichter mancherorts als arglistige Wesen, die den Menschen auf dem Weg durch das Moor von ihrem sicheren Grund abbringen und in den Tod locken. Am liebsten tun sie das zur dunklen Jahreszeit im Herbst und zur Adventszeit. Irrlichter, so die Vorstellung, hausen im Moor, aber auch auf Friedhöfen. Sie waren nach Ansicht der Menschen die umherirrenden, brennenden Seelen ungetauft gestorbener Kinder oder von Selbstmördern.

 

In früheren Zeiten wurde das Denken auch von der Vorstellung beherrscht, sog. Untote, wie Vampire beispielsweise, könnten sich in Irrlichter verwandeln. Schon die Kelten fürchteten sich vor „Wiedergängern“, einem altertümlichen Verwandten des Vampirs sozusagen. Deshalb werden sich den Teilnehmern an der „Irrlichter-Tour“ auch beim Passieren des rekonstruierten keltischen Hügelgrabes unter Umständen die Nackenhaare sträuben. Der das Hügelgrab umschließende Steinkreis sollte dem Glauben der Kelten nach die Trennung zwischen dem Reich der Toten und der Lebenden symbolisieren. Er sollte den Toten im Grab einschließen, damit er nicht zum „Wiedergänger“ werden konnte. Dahinter stand die Vorstellung, dass der Tote weiterlebt, in welcher Form auch immer, und er über gesteigerte Kräfte und magische Fähigkeiten verfügt, die ihn hilfreich aber auch gefährlich werden lassen konnten. Aus diesem Grund beschwerte man die hölzernen Grabkammern der Hügelgräber auch mit massiven Steinpackungen, gab den Toten Amulette bei oder begrub sie in einer von der Regel abweichenden Norm. Das konnte sich darauf beschränken, den Leichnam auf den Bauch zu legen, das Gesicht der Erde zugewandt, aber weit häufiger wurde der Tote sogar drastisch verstümmelt.

 

Start dieser sagenhaften Wanderung, bei der den Teilnehmern sicherlich reichlich Gelegenheit zum Gruseln gegeben ist und ihnen auch so mancher Schauer über den Rücken laufen wird, ist um 17.00 Uhr auf dem Dorfplatz in Düppenweiler. Gegen 20.00 Uhr ist mit der Rückankunft dort zu rechnen. Die Schlusseinkehr findet im Gasthaus „Zum Dorfkrug“ statt.

 

Zu dieser nicht alltäglichen und zudem kostenlosen Wanderung sind interessierte Teilnehmer herzlich eingeladen. Die Teilnahme erfolgt dabei auf eigene Gefahr. Neben festem Schuhwerk sollte die Ausstattung der Teilnehmer unbedingt auch eine Taschenlampe oder noch besser eine Kopflampe umfassen.

 

Weitere Informationen sind bei der Gemeinde Beckingen erhältlich (Tel. 06835/55-105).