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Sehen und Erleben

Sehen und Erleben

Landschaft, Geschichte, besondere Orte - das sind die Schlagworte, mit denen die Gemeinde Beckingen seit einigen Jahren auf sich aufmerksam machen will, denn ausgedehnte Wälder und zum Teil unberührte Natur prägen die Landschaft der Gemeinde ebenso wie eine reiche Geschichte in nicht unerheblichem Maß. Frühgeschichtliche Grabfunde aus der bronzezeitlichen Urnenfelderstufe zeugen ebenso wie Hügelgräber und Fundstücke aus der Hallstattzeit von einer lange zurückreichenden Siedlungstätigkeit auf dem heutigen Gemeindegebiet. Zu erwähnen sind daneben noch der Fund von sechs keltischen Spitzeisenbarren aus der Latènezeit und das Auffinden eines Gräberfeldes mit 18 Gräbern, die der Spätlatène- bzw. frühen römischen Kaiserzeit zugeordnet werden. Die frühe Siedlungstätigkeit auf dem Gemeindegebiet wird nicht zuletzt auch durch die bereits Ende des 19. Jahrhunderts ausgegrabenen Reste einer römischen Villa rustica in Beckingen unterstrichen.

Bereits im Mittelalter war Beckingen Sitz einer Kommende des Deutschherrenordens, wovon noch die 1634 erbaute Marzelluskapelle, das MarzelluskapelleZehntentor, der Deutschherrenbrunnen und die heute als Gärtnerei genutzten Ökonomiegebäude des im Gefolge der französischen Revolution zerstörten barocken Deutschherrenschlosses im Gemeindebezirk Beckingen Zeugnis geben. Die Geschichte des Deutschen Ordens in Beckingen lässt sich bis in das Jahr 1293 zurückverfolgen, als ihm durch Schenkungen Besitzungen im Ort zufielen. Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts errichtete der Orden in Beckingen eine eigene Komturei und erweiterte in der Folgezeit seine Besitzungen nicht allein in Beckingen, sondern auch in den übrigen Orten der heutigen Gemeinde. 500 Jahre lang – von 1293 bis 1793 – dauerte die Herrschaft des Deutschen Ordens über Beckingen und das Haustadter Tal. Der Komtur von Beckingen bekleidete den Großteil dieser Zeit gleichzeitig auch das Amt des Landkomturs der Deutschordensballey Lothringen, was seine Bedeutung unterstreicht. Bis zur französischen Revolution übten fast im gesamten heutigen Gemeindegebiet die Herzöge von Lothringen die Landesherrschaft aus. Eine Ausnahme bildeten hier lediglich Düppenweiler und Oppen, die zu Kurtrier gehörten.

Die schöne Landschaft der Gemeinde erlebt man am besten dann, wenn man die Blick auf Schaumbergbeiden neuen Wanderwege der Gemeinde, den Panorama-Höhenweg, der von Saarfels bis Hargarten führt, oder den Premiumwanderweg der Gemeinde, den Litermont-Sagenweg, erwandert oder den Saar-Lückner-Rundradweg mit dem Fahrrad fährt.

Doch auch in den Ortschaften selbst gibt es einiges zu bestaunen. Außer den Zeugnissen aus der Deutschherrenzeit ist in Beckingen der unter Denkmalschutz stehende Bahnhof zu erwähnen, dessen Sandsteinbau 1858 im Stil einer Burg im englischen Tudorstil errichtet wurde. Der Bahnhof, als Gegenstück zur Siersburg, markiert den Eingang zum unteren Saartal und auch in das Haustadter Tal. Zwischen 1860 und 1944 wurde er als schönster Bahnhof zwischen Trier und Saarbrücken gehandelt. Er trägt Zinnen und hatte vor dem Beschuss im Zweiten Weltkrieg einen 20 m hohen Bergfried. Der Bahnhof war ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wesentliche Bedingung für den industriellen Aufstieg der Schraubenfabrik Karcher (heute Marktplatz BeckingenAcument), auch heute noch mit rd. 350 Beschäftigten größter Arbeitgeber in der ansonsten wirtschaftlich von Handwerk und Dienstleistungsbetrieben geprägten Gemeinde. Die Gemeinde Beckingen trägt sich mit dem Gedanken, das Gebäude von der Bahn zu erwerben und in seinen ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen sowie das gesamte Umfeld bis zur Schiffsanlegestelle an der Saar neu zu gestalten und nach Möglichkeit einer touristischen Nutzung zuzuführen. Den Kontrast zwischen Historie und Moderne verkörpert in Beckingen in besonderem Maß der neu gestaltete Marktplatz, der den Ortskern von Beckingen deutlich aufgewertet hat.

In Haustadt sind neben der schönen Pfarrkirche mit ihren Zwiebeltürmen vor allem die Sandsteingewände vieler Häuser sehenswert. Sie zeugen von der Pfarrkirche Haustadthandwerklichen Tradition des Ortes und den reichen Sandsteinvorkommen. Die heute noch vorhandenen 100 Felsenkeller von Honzrath am Fuß des Kappberges sind in ihrer Form und vor allem von ihrer Zahl her wohl einmalig. Die Kathreinenkapelle in unmittelbarer Nähe der Felskeller, stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert und birgt einen Holzaltar mit der Statue der Schutzpatronin, der Hl. Katharina von Alexandrien. Im Sport- und Freizeitzentrum bietet es sich an, eine kurze Rast einzulegen und vielleicht eine Partie Minigolf zu spielen.

Mit der Luziakapelle besitzt Erbringen ein weithin sichtbares Wahrzeichen und Kleinod. In Hargarten hat man einen alten Kalkofen und eine Feldschmiede liebevoll restauriert. Einen kleinen Abstecher und Besuch wert ist in Reimsbach mit Sicherheit die von Wilhelm Hector erbaute neugotische Pfarrkirche mit ihrem von Luziakapelle Erbringendem Bildhauer Hans Steinlein aus Eltville im Rheingau geschaffenen Flügelaltar, aber auch der gepflegte Ehrenfriedhof. Mit dem Waldstadion besitzt Reimsbach eine bemerkenswerte Sportstätte, die seinem Namen als Fußballhochburg der Gemeinde alle Ehre macht. In Oppen beginnt mit dem Lückner ein großes Waldgebiet, das ebenfalls zum Wandern und Natur erleben einlädt. Auch das neue Sportzentrum von Oppen mit Rasenplatz, Leichtathletikanlage und Finnbahn kann sich sehen lassen und ist als eindrucksvolles Zeugnis des besonderen Engagements seiner Bewohner zu werten.

In Düppenweiler, dem Geburtsort der sel. Schwester Blandine Merten, bieten sich Pfarrkirche Düppenweilerdie vor einigen Jahren musterhaft neu gestaltete und sanierte Ortsmitte und die ebenfalls von Wilhelm Hector erbaute und im Inneren originalgetreu in neugotischem Stil restaurierte Pfarrkirche zu einer Besichtigung an. Das Historische Kupferbergwerk Düppenweiler am Fuß des Litermont stellt eine ganz besondere touristische Attraktion in der Gemeinde dar. Mit der audiovisuellen Führungsanlage „Mystallica“ präsentiert es sich seinen Besuchern bei einer Untertageführung mit einer Multimediashow.

Am Kupferbergwerk beginnt mit dem Litermont-Sagenweg auch der neue Premiumwanderweg der Gemeinde Beckingen, eine weitere Gelegenheit, die Kondeler Bachtalbeeindruckende Landschaft kennen zu lernen. Dieser Weg besitzt außer am Kupferbergwerk noch weitere Einstiegsmöglichkeiten und ist so ausgeschildert, dass er auch ohne Karte und unabhängig von der Witterung das ganze Jahr über begangen werden kann. Entlang sagenhafter Stätten und herrlicher Aussichtspunkte, führt die rd. fünfstündige Wanderung über Natur belassene Wege durch dichten, unheimlichen Wald, abwechslungsreiche Landschaft, Felder und Wiesen, aber auch über Viehkoppeln, Stege sowie durch tiefe Schluchten und einen imposanten Steinbruch. Das wunderschöne Kondelerbachtal, das erwiesenermaßen eines der schönsten natürlichen Fließgewässer des Landes darstellt, ist ebenfalls zu durchwandern.

Die entlang des Weges aufgestellten Infotafeln beinhalten die rund um den Litermont anzutreffenden Sagen. Sie Blech im Bruchinformieren darüber hinaus über historische und geologische Besonderheiten, die man entlang der Strecke antrifft und sind Teil eines Konzeptes, das sich als inszenierte Kulturgeschichte, quasi als Museum in der Landschaft, bezeichnen lässt. Unbedingt Erwähnung finden muss natürlich auch das besondere Highlight der Gemeinde in kultureller Hinsicht – das Konzertevent „Blech im Bruch“ im Steinbruch Arweiler bei Reimsbach, das alljährlich an einem Samstagabend im Juli stattfindet und die größte Open-Air-Veranstaltung in der Gemeinde darstellt.