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Saar-Lückner-Rundradweg

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Familien-Radtour durch Beckingen –
Von der Saar zum Lückner/Odilienkapelle

 

An der Staustufe 200Der neue Beckinger „Saar-Lückner-Rundradweg“ verbindet die beiden überregionalen Radwege Saar-Bostal-Radweg und Saar-Radweg miteinander und führt über rund 40 Kilometer durch die reizvolle, abwechslungsreiche Landschaft der Gemeinde Beckingen, von der Saar zur Odilienkapelle im Lückner. Die Tour ist gerade für Familien geeignet, denn die Strecke führt mit relativ wenigen Steigungen an Rastplätzen, Spielplätzen, Weihern, Wassertretanlagen und vier Reiterhöfen vorbei. Sie radeln entlang der Saar, entlang des Mühlenbachs durch das Haustadter Tal, entlang des Mockenbachs Richtung Oppen und von dort aus über Düppenweiler durch das Helleschter-Bach-Tal, über die Mosbachhütte und den Beckinger Wald an die Saar (Unteres Saartal) mit der Staustufe und von dort an der Saar entlang über Saarfels zurück zum Beckinger Bahnhof. Wälder, Wiesen, Felder, Auenlandschaften, Weiher, Bäche und die Saar säumen abwechselnd diese Radtour.

 

An der Saar 200Die Tour beginnt am Beckinger Bahnhof. Der Sandsteinbau wurde 1858 im Stil einer kleinen gotischen Burg erbaut. Er trägt Zinnen und hatte vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg einen 20 m hohen Bergfried. Der Bahnhof, als Gegenstück zur Siersburg, markiert den Eingang zum unteren Saartal und auch in das Haustadter Tal. Zwischen 1860 und 1944 wurde er als schönster Bahnhof zwischen Trier und Saarbrücken gehandelt. Der „Alte Bahnhof“ geriet 1944/45 unter schweren Beschuss amerikanischer Truppen. Noch heute sind an dem Gebäude über 100 Einschläge sichtbar.

 

Auf der Strecke 200Den Bahnhof hinter sich lassend, radelt man in Richtung Ort Beckingen, durch den Beckinger Park entlang des Mühlenbachs, überquert den neu gestalteten Markplatz (mit Spielplatz und Gelegenheit für die Kleinen, die Entchen des Mühlenbachs zu füttern) und verlässt Beckingen in Richtung Düppenweiler. Unweit des Marktplatzes /Abstecher rund 100 Meter links, dann wieder 50 Meter rechts, erinnert die Marzelluskapelle an die Zeit des Beckinger Deutschherrenordens. Über die Waldstraße radelt man weiter. Hinter dem Ortsausgang Beckingen führt der Weg durch ein Waldgebiet, Richtung Haustadt. Und schon wartet der erste Weiher mit Fischerhütte und Gelegenheit zu einem kleinen Picknick auf Gäste (als Abstecher rund 50 m neben dem Radweg). Weiter geht es durch den Wald am Mühlenbach entlang, ein Wohngebiet passierend und wieder wartet eine Rastmöglichkeit an einem Brunnen.

 

Dichter Wald 200Nächste Station ist Honzrath. Abermals empfiehlt sich hier ein kleiner Abstecher vom Radweg zu den Felsenkellern von Honzrath, der Kathreinenkapelle und dem Steinbrecherweg mit Wassertretanlage (im Sommer bestimmt ein Spaß für den Nachwuchs und willkommene Abkühlung). Die 100 Honzrather Felskeller im Kappberg, früher waren es 140, gehören zum Bild des Ortes. Sie stammen aus der Zeit der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert. In Handarbeit mit der Spitzhacke in den weichen Sandstein gehauen, dienten sie über die Jahrhunderte der Viehhaltung, der Lagerung von Feldfrüchten und Nahrungsmitteln und in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges dem Schutz der Bevölkerung vor Bomben und Granaten. Die Kathreinenkapelle in unmittelbarer Nähe der Felskeller, aus dem 15. oder 16. Jahrhundert stammend, birgt einen Holzaltar mit den Statuen der Schutzpatronin, der Hl. Katharina von Alexandrien, der Hl. Anna und der Hl. Barbara.

 

Nach diesem kleinen Abstecher, zurück auf dem Radweg, geht es weiter Richtung Sportzentrum, vorbei am Reitplatz und am Honzrather Weiher. 100 Meter weiter bieten sich eine Einkehr in die Gastronomie, Minigolf- und Spielplatz mit Freiluftschacht an. Direkt hinter dem Reitplatz (links abbiegen) führt der Radweg am Honzrather Weiher vorbei und dann links durch den Wald nach Erbringen.

 

Radfahrer 200Vom Marktplatz mit Spielplatz aus erblickt man linker Hand auf einer kleinen Anhöhe die Luziakapelle, das Kleinod des Dorfes Erbringen. Sie ist der Märtyrerin St. Luzia geweiht. Ihr Märtyrertod ist nachgewiesen, unter anderem in einer Katakombeninschrift zu Syrakus auf der Insel Sizilien (aus dem 4./5. Jahrhundert stammend). Ihr Leib wurde zuerst in Syrakus beigesetzt und zur Zeit Ottos des Großen in das St. Vinzenz-Kloster nach Metz gebracht. Von Metz aus kam die Verehrung der Heiligen Luzia nach Erbringen. Der fromme Graf Adalbert von Metz, der in Erbringen Besitzungen hatte, ließ die Kapelle als Bethaus für seine Schutzbefohlenen und zur Verehrung der Heiligen Luzia (Festtag am 13. Dezember) errichten. Im Inneren der Kapelle ist der barocke Holzalter sehenswert. Weiter führt der Radweg an der Peripherie Erbringens vorbei und über einen geschotterten Weg (links hinter dem Ortsende) vorbei durch das Tälchen Sturkenbüsch, entlang am Mühlenbach Richtung Reimsbach und Oppen. In Reimsbach geht es durch ein Wohngebiet und danach über offenes Gelände bis nach Oppen mit dem Ziel Kollesborner Brunnenanlage. Gut die Hälfte der Strecke liegt hinter Ihnen. Zeit für eine Rast. Gastronomie im Ort (Wildspezialitäten!) oder aber Picknick am neu gestalteten Dorfplatz mit Spielplatz, Wassertretanlage (kleine Abkühlung gefällig als Erfrischung für den Kreislauf ?) sowie ein kleiner Weiher, an dem auch wieder die Entchen auf Fütterung warten, bieten sich hier an.

 

Helleschter Tal 200Hier bietet sich ein Abstecher zur Odilienkapelle im Lückner an. Vorbei an hohen Bäumen mit mächtigen Wurzeln führt die Radtour hinder dem Ort Oppen links in das Waldgebiet des Lückner. Dort versteckt liegt die Odilienkapelle, eine uralte Wahlfahrtskapelle der Pfarrei Wahlen. Der Legende nach ließ die heilige Odilia die Odilienquelle hervorsprudeln, indem sie mit einem Stab gegen die Felswand schlug. Seitdem ist das Wasser dieser Quelle nach dem Glauben der Gläubigen heilkräftig für Ohren und Augen. Von diesem idyllischen und schattigen Plätzchen geht es wieder zurück zum Dorfplatz Oppen. Von hier führt die Tour nun weiter, (eigentlich ist man hier schon ab jetzt schon auf dem Rückweg zur Saar), am Feuerwehrgerätehaus vorbei und nach 50 Metern links bergauf. Dies ist dann auch der erste anstrengende Teil der Tour. Mit einer Steigung von rund 350 Metern wird zugleich die Rückfahrt über Düppenweiler und Haustadt zurück nach Beckingen eingeleitet. Auf der Hochfläche angekommen geht es durch Wiesen und Felder, wobei ein herrlicher Ausblick, zum Beispiel auf den Ort Oppen mit der Oppener Kupp, für die Mühe entschädigt. Vorbei an einer Schutzhütte mit Holzbänken geht es kurz darauf zuererst links in den Wald und dann  rechts weiter druch den Wald bis zum ersten Reiterhof der Tour, dem Kansaser Hof. Umsatteln können Sie auf dieser Tour später noch dreimal, in Düppenweiler beim Arabergestüt Schlenderhannes, bei Hausstadt am Ilsenhof und beim Reiterhof „Auf den Kiefern“ in Beckingen.

 

Vallentinuskapelle 200Zunächst geht es gut vier Kilometer entlang vieler Viehkoppeln durch offene Landschaft mit Blick auf Wiesen und Wälder, bis kurz vor dem Ort Düppenweiler rechter Hand ein kleines Kapellchen, die Valentinuskapelle mit zwei Holzbänken unter schattigen Ahornbäumen zum beschaulichen Verweilen einlädt. Die Kapelle des heiligen Valentinus steht an der Stelle des „alten Dorfes“ Oberweiler, das im Dreizigjährigen Krieg samt Kirche dem Erdboden gleich gemacht wurde. Vorbei am Arabergestüt Schlenderhannes führt die Tour durch ein ruhiges Wohngebiet des Ortes Düppenweiler und folgt dann über die Straße „Im Tal“ durch das Helleschter-Bach-Tal leicht bergab. Es geht vorbei an der Reitschule Ilsenhof und dem Haustadter Weiher bis zum Ort Haustadt. Von dort geht es, und das ist der zweite anstrengende Teil der Tour, über die Mosbachhütte, durch den Beckinger Wald, vorbei am Bildchen und dem Reiterhof „Auf den Kiefern“ zunächst an die Saar und die Staustufe. Vielleicht ist ja auch noch genug Power für einen Abstecher zu den Heidenlöchern drin? (in der Nähe Gastonomie). Der Legende nach, sandte der heilige Maximinus von Trier aus seinen Jünger, den heiligen Quiriacus, an die Saar um die Heiden zu missionieren. Um sich vor heidnischen Angriffen zu schützen, sollen diese ersten Christen die Höhle in den roten Sandsteinfelsen bewohnt haben. Auf dem Weg zur Staustufe radelt man durch Felder abseits der Saar durch ein Landschaftsschutzgebiet der „Auwälder der alten Saar“. Die Staustufe ist ein kleines Abenteuer auch für die Kinder, wenn große Schiffe die Schleuse passieren. Von der Staustufe geht es an der Saar entlang über Saarfels zurück zum Bahnhof, dem Ausgangspunkt der Tour

 

 

Tipp: Ein Blick auf die Infotafel Saarradland zeigt, dass Beckingen an viele überregionale Radwege angebunden ist und sich als Ausgangspunkt für viele Radtouren eignet. Radtouren bis zur Römerstadt Trier oder am Saar-Leinpfad entlang bis Saarbrücken oder Frankreich zur Quelle der Saar sowie kleinere Touren, etwa entlang der Nied, zur Saarschleife, nach Saarburg oder Saarlouis, sind möglich.