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Arbeiten am Westwall-Bunker in Düppenweiler gehen voran

Einrichtungsgegenstände werden noch gesucht - Westwallmuseum soll als Mahnmal gegen Faschismus der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden - Am Düppenweiler Westwallmuseum, einem Regelbau 10 a mit Hangsicherung, wird dank dem Verein „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur e.V.“ schon seit längerem wieder fleißig gearbeitet. Über 800 Stunden hat Ronny Zipko, unterstütz von vielen weiteren Helfern, seit dem Sommer 2011 schon geleistet, um den Bunker zu restaurieren und ihn als Mahnmal gegen Faschismus der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

Arbeiten am Westwall-Bunker in Düppenweiler gehen voran

Ronny Zipko engagiert sich für die Restaurierung des Düppenweiler Bunkers in der Dieffler Straße.

DÜPPENWEILER: „Das Besondere an diesem Bunker ist die Flurhangsicherung sowie die drei Eingangsverteidigungen. Normal sind nur zwei Eingangsverteidigungen. Damit ist dieser Regelbau 10 a mit einem Mannschaftsraum, einem Kampfraum und einer Gasschleuse eine Sonderkonstruktion“, erklärt Ronny Zipko.
Nachdem man im Sommer 2011 beschlossen hatte, den Bunker wieder auf Vordermann zu bringen, war der erste Schritt, den Schornstein, der wohl seit Kriegsende nicht mehr im Einsatz war, wieder gangbar zu machen. „Das war kein leichtes Unterfangen. Nach mehreren Stunden Sucharbeit kamen wir kurz vor dem Ziel wegen verkeilter Steine nicht mehr weiter“, erinnert sich Zipko. Das Problem wurde dann mit Hilfe der Firma Wax beseitigt. Dafür vielen Dank an dieser Stelle. Als nächster Schritt wurde am rechten Eingang der Anlage eine Mauer aus Sandstein zwecks sauberer Begehung des Bauwerks und als Hangsicherung neben der Scharte errichtet. Es folgte eine weitere Hangsicherung aus Akazienstämmen aus Draht und Pfosten, wie es auch zum Stellungsbau der Wehrmacht üblich war. Außerdem wurde ein Sturmflutschacht freigelegt, ein Plateau geebnet, ein Wellblechunterstand gesetzt, die aus den 1990er Jahren stammende Absturzsicherung entfernt und durch originale Stacheldrahtpfosten ersetzt. Im Rahmen der Umgestaltung der Außenanlagen wurden rund 20 qm Erdreich und Steine abgetragen sowie etwa 12 Tonen Schotter eingebaut. Ein Dankeschön gilt hier dem Gemeindebauhof, der den Abtransport und Lieferung übernahm.
„Die rechte Außenanlage ist fast fertig gestellt, die linke Außenanlage auf dem Grundstück soll demnächst in Angriff genommen. Im Inneren des Bunkers muss noch viel passieren, damit dieser als Westwall-Museum fungieren kann“, erklärt Ronny Zipko. Karl-Rudi Wilhelm, der für die Führungen zuständig ist, ergänzt: „Vor allem suchen wir noch Einrichtungsgegenstände für den Bunker, ob als Spende oder Leihgabe sowie Ausrüstungsgegenstände aus den Kriegsjahren, ob aus dem militärischen oder zivilen Bereich, zum Beispiel Wolldecken, Bakelitsteckdosen, Geschirr oder Bekleidung. Man sollte diese Dinge nicht einfach wegwerfen“. Ziel ist, den Bunker als Westwall-Musum in seiner kompletten Ausstattung aus dem Jahre 1938 wieder präsentieren zu können. Infos und Kontakt: Karl-Rudi Wilhelm, 06832/7253.
 
Foto/Text: Gemeinde Beckingen
 
 
 
Infobox:
Im Mai 1938 wurde von Hitler der verstärkte Ausbau der Westwallbefestigungen befohlen. Bedingt durch die Spannungen mit der Tschechoslowakei (Sudetenkrise) sollte die deutsche Westgrenze im Rahmen des Limes Bauprogramms durch 1.800 Schartenstände und 10.000 Bunker zusätzlich verstärkt werden. Die bisherigen Regelbauten des Pionier Bauprogramms waren für die Massenanfertigung zu aufwendig, vor allem fehlte es an Panzerteilen. Der Feuerkampf sollte zunächst aus Feldstellungen geführt werden und die Bunker sollten nur Schutz vor Beschuss bieten. Zahlreiche Änderungen in der Konzeption führten im Sommer 1938 schließlich zu den Regelbauten 10, 10 a und 11. Diese Gruppen- bzw. Doppelgruppenunterstände mit angehängtem MG-Kampfraum ohne Schartenplatten stellten die Masse der insgesamt 17.800 Anlagen dar, die bis 1940 errichtet wurden.
Von dem Regelbau 10 a, Gruppenunterstand für 14 Mann, wurden 1536 Exemplare gebaut. Im Saarland sind heute noch 35 Regelbauten 10 a erhalten. Der Bunker in Düppenweiler mit der WH Nummer (Wehrmachts-Hausnummer) 833 gehörte zur 2. Linie des Westwalls, der so genannten Hilgenbachstellung.