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Wir im Verein - Förderverein Kupferbergwerk Düppenweiler zieht zum 25jährigen Bestehen Resümee

Die „Bergsänger“ gestalten die Vorabendmesse am 20. Mai 2017, 18.00 Uhr, mit anschließendem Stehempfang - Der Verein „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur e.V.“ feiert am 20.05.2017 das 25jährige Bestehen eines seiner Vorgängervereine, nämlich des vormaligen „Fördervereins Kupferbergwerk Düppenweiler“.Der „Förderverein Kupferbergwerk Düppenweiler“, der 2006 mit dem Kultur- und Heimatverein Düppenweiler zu dem heutigen Verein „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur“fusionierte, wurde am 15. Mai 1992 gegründet.

Wir im Verein - Förderverein Kupferbergwerk Düppenweiler zieht zum 25jährigen Bestehen Resümee

Die Bergsänger gestalten die Vorabendmesse am 20. Mai 2017, 18 Uhr mit. Anschließend findet ein Stehempfang in der Schmelzhütte am Kupferbergwerk statt.

DÜPPENWEILER (pp): Zum 25jährigen Bestehen wird das Gesangsensemble „Die Bergsänger“ am Samstag, den 20 Mai 2017, um 18.00 Uhr, die Vorabendmesse in der Pfarrkirche St. Leodegar musikalisch gestalten. Anschließend lädt der Vorsitzende Werner Kockler die Mitglieder des jetzigen Vereins  „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur e.V.“ sowie die Vereinsvorsitzenden von Düppenweiler zu einem Stehempfang in die Schmelzhütte am Bergwerk ein.

Für den Vorsitzenden Werner Kockler ist das 25jährige Bestehen des Fördervereins Kupferbergwerk Anlass, Rückblick zu halten und die Tätigkeiten des Fördervereins Revue passieren zu lassen.

So übernahm der 1992 gegründete Förderverein Kupferbergwerk Düppenweiler 1993 die Trägerschaft zum Betrieb eines Besucherbergwerkes mit Genehmigung durch das Bergamt Saarbrücken. Die Dillinger Hütte verlor damit endgültig ihre bis dahin bestehende Konzession zum Abbau von Kupfererzen. Schon 1995 wurde der erste Abschnitt des Besucherbergwerkes eröffnet und die Bergwerkskapelle der Heiligen Barbara, an der heute alljährlich die traditionelle Mettenschicht im Rahmen des zweitägigen Wintermarktes, stattfindet, errichtet. 1997 wurde der neue Barbaraschacht fertiggestellt und der zweite Abschnitt des Besucherbergwerkes eröffnet. 2003 erfolgte die Fertigstellung des Huthauses, in dem heute das Infobüro sowie eine gemütliche Gastronomie, inzwischen behindertengerecht ausgestattet, untergebracht sind. Hier werden Gäste über das Kupferbergwerk und weitere touristische Attraktionen in der Gemeinde Beckingen und darüber hinaus informiert, für die Besichtigung des Bergwerkes unter Tage mit Schutzjacken, Helmen und Bergwerksleuchten ausgestattet und haben die Möglichkeit, vor oder nach der Führung im Huthaus einzukehren. Auch Wanderer und andere Gäste finden hier heute ein beliebtes Ausflugsziel. 2006 fusionierte der Förderverein Kupferbergwerk Düppenweiler mit dem Kultur- und Heimatverein Düppenweiler. Der fusionierte Verein nannte sich zukünftig „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur e.V.“ und besteht bis heute. Gemeinsam verfolgte man kontinuierlich den weiteren Ausbau und die touristische Inwertsetzung des Besucherbergwerkes. So wurden 2004/2005 die Führungen unter Tage durch die Einführung der neuen Licht- und Toninstallation „Mystallica“ professionalisiert und die Führungen neu organisiert und auch auf dem Übertagegelände tat sich einiges.

 

Ausbau der Schächte und Aufwältigung der alten Strecken

Der „Hüttenschacht“, der dem Stollenmundloch am nächsten liegt und als Schachtpinge schon lange bekannt war, wurde im Jahre 1992 wiederaufbewältigt. Er erhielt 1995 den Namen Hüttenschacht als Erinnerung an die Dillinger Hütte, die das Bergwerk von 1824 bis 1828 und 1914/15 betrieben hatte.

Der „Selloschacht“, an dieser Stelle war schon immer deutlich eine Pinge (Schachttrichter) zu sehen, wurde 1994 von den Vereinsmitgliedern ausgebaut. Auf einer betonierten Grundlage wurde eine Schachtröhre aufgesetzt. Sie hat eine Teufe von 10,80 Metern und diente heute als Notausstieg. 1995 wurde der Schacht dem Bergamtsdirektor Sello gewidmet und erhielt den Namen Selloschacht.

 

Ein erster herber Rückschlag beim Ausbau des „Hauzeur- Schachtes“- Wassereinbruch 1995.

Der „Hauzeur-Schacht“ liegt etwas weiter rechts des Stollens und rechts der Straße nach Piesbach. Dieser Schacht war, wie alle anderen Schächte, die von der Dillinger Hütte 1824-1828 und 1914/15 genutzt wurden, von der Dillinger Hütte 1915 nach den Vorgaben des Bergrechts gesichert verbaut und der Zugang verschlossen worden. Noch bevor dieser Schacht über die Strecken unter Tage im Rahmen der Aufwältigungsarbeiten erreicht wurde erreicht wurde, brach Ende Januar 1995 der inzwischen verfaulte Holzausbau der Dillinger Hütte infolge starker Regenfälle zusammen. Der Einsturztrichter wurde im Mai 1995 ausgebaggert und eine neue Schachtröhre erstellt, die im unteren Teil in Beton, im oberen Teil in Bolzenschrotzimmerung ausgeführt wurde. 1995 wurde der Schacht dem ersten Betreiber, der das Kupferbergwerk von 1723 bis 1730 erfolgreich betrieben hatte, gewidmet und erhielt den Namen „Hauzeur-Schacht“.

 

Der nächste Schacht, der angefahren wurde, der „Wurzelschacht“, liegt direkt links neben der Piesbacher Straße und im unmittelbaren Zugangsbereich zum Bergwerksgelände. Er stellte zunächst kein großes Problem dar. Er sitzt zwar direkt über dem Hauptstollen und war im Stollenbereich massiv mit Holz verbaut. Dieser Holzausbau wurde seitens der der Unter-Tage-Gruppe noch mit neuen Hölzern verstärkt und der Schacht unterfahren. Eine Öffnung des Schachts durch Entfernung der Verfüllmassen im Schacht war wegen der unmittelbaren Nähe zur Piesbacher Straße weder möglich, noch aus bewetterungstechnischen Gründen notwendig.

 

Den zweiten herben Rückschlag mussten dann die Vereinsmitglieder beim Ausbau des Maschinenschachtes erleben. – Wassereinbruch 2003

Dann erfolgte beim Ausbau des Maschinenschachtes der zweite herbe Rückschlag für die ambitionierten Vereinsmitglieder. Der Maschinenschacht ist in der Abbauperiode der Dillinger Hütte in den Jahren 1824/25 neu angelegt worden um die alte Tiefbaue zu erkunden. Im Frühjahr 1825 wurde hier eine 18zöllige „Feuermaschine“ zur Wasserhebung aufgestellt. Nach Aufwältigung des Stollens und bei Erreichen im Jahre 1996 war der Maschinenschacht mit Kanthölzern in Höhe der Stollensohle ausgebaut und die darüber stehende etwa 18m hohe Schachtsäule mit Erdmassen verfüllt. Infolge sehr starker Regenfälle um die Jahreswende 2002/2003 trat der kleine Winterbach über seine Ufer und das Wasser floss ungehindert über einige Tage in die Schachtpinge des Maschinenschachts. Am 2. Januar 2003 zerbrach unter der Belastung der alte Holzausbau im Schacht und die alte, durch die Wassermassen verflüssigte Schachtverfüllung stürzte in den Tiefbau. Der entstandene enorme Wasserdruck verursachte erhebliche Sachschäden im Bergwerk. Am 14. Februar 2003 wurde ein 8,5 m bzw. 10,5 m hoher Stahl-Rechteck-Kastenverbau mit einem Querschnitt von 4,00 auf 1,45 m in die Schachtröhre eingelassen und an zwei Stahlträgern über Tage befestigt. Mittlerweile ist der Maschinenschacht, der zuvor nur über eine kleine Öffnung mit dem Stollen verbunden war, durch eine regelgerechte Verbindung auch von der Stollensohle wieder mit drei Schachttrummen verbaut und der darüber liegende Stahlkasten von unten abgesichert.

 

Eine der größten technischen Herausforderungen für die Vereinsmitglieder war der Ausbau des „Neuen Barbara-Schachts“. Bei Erreichen des alten Hauptabbaubereichs und des abgesoffenen Tiefbaus, wurde der Tiefbau (der alte „heilig-Kreuz-Schacht“) mit einem kleinen Floß überquert und auf der anderen Seite ein etwa 8- 10 m hoher, enger, nach oben führender offener Spalt entdeckt. Hier hatte im alten Abbau offensichtlich ein massiver Verbruch stattgefunden. Diese Entdeckung führte zu dem Beschluss, einen separaten Ausgang für den Besucherverkehr herzustellen. Der Verbruch wurde ausgebaggert, nach und nach von oben nach unten ein Stahlbetonkasten eingebracht und eine rund 20m tiefe Treppe eingebaut. Seit 1997 dient dieser Schacht der Ein- und Ausfahrt für den Besucherverkehr.

 

Der dritte Rückschlag – Wassereinbruch am Weidenschacht 2016

Ein weiterer Wassereinbruch ereignete sich am 12. Juni 2016 am Weidenschacht.

Der „Weidenschacht“, der wie schon erwähnt, direkt über der Stollenstrecke liegt, war 1996 über Tage über der sichtbaren Schachtpinge mit einer Schachtüberdachung markiert.

Witterungsbedingt war es wegen starker Regenfälle in der Nacht von Sonntag, 12.06.2016, auf Montag, 13.06.2016 zu einem starken Wassereinbruch über die, die Piesbacher Straße abfließenden Wassermassen, die in die Schachtpinge eindrangen, gekommen. Die Folge war, ähnlich wie beim Einsturz des Maschinenschachtes ein Zusammenbrechen des alten Holzausbaus und der Einsturz des Weidenschachtes, der allerdings außerhalb der Strecke, die für Besucher des Bergwerkes begehbar ist, liegt. Durch den Einsturz des Weidenschachtes wurde allerdings der Wasserlösungsstollen des Besucherbergwerkes blockiert, so dass das Wasser aus dem Bergwerk nur noch teilweise abfließen konnte. „Eine Befahrung des Besucherbergwerkes wäre dann nur noch mit Gummistiefeln möglich gewesen“, befand Werner Kockler damals. Daher war das Bergwerk während der notwendigen Aufwältigungsarbeiten vorrübergehend für den Besucherverkehr geschlossen worden. Inzwischen wurden diese umfangreichen Aufwältigungsarbeiten durchgeführt. Der Weidenschacht liegt direkt neben der Verbindungsstraße Düppenweiler – Piesbach. Da aufgrund der örtlichen Bedingungen nach Überzeugung des saarländischen Bergamtes sowie der Hauptrettungsstelle der RAG eine Freilegung des Verbruchs unter Tage mit zu großen Gefahren verbunden gewesen wäre, musste der Verbruch von über Tage aus mit einem Spezialbagger ausgebaggert werden. Aus Sicherheitsgründen war es daher auch notwendig gewesen, die Verbindungsstraße zwischen Düppenweiler und Piesbach in einem Teilabschnitt abzutragen. Mit einem Spezialfahrzeug der Firma Wax wurden damals die restlichen Erdmassen, die den Wasserabfluss blockierten, aus dem Schacht abgesaugt. Dies ermögliche dann auch die gefahrlose Wiedereröffnung des Besucherbetriebes im Besucherbergwerk. Der noch offene Schacht wurde schnellstmöglich verbaut, gesichert und schließlich wieder verschlossen.

 

Der weitere Ausbau des Übertageareals- Kupferhütte, Mediaterminal, Pyramide, Linsenbergstollen, Litermont-Sagenweg

Während heute unter Tage etwa 600 Meter Stollen, der „Dom“, der „Unterirdische See“, vier Schächte mit Teufen von 10 bis 18 Metern und die „Mystallica“ Besucher locken, hat sich in jüngster Zeit auch auf dem Übertagegelände viel getan. Die Kupferhütte mit Kupferschmelze, Pochwerk und Kulturwiese wurde in den Jahren 2009 bis 2011 errichtet. 2010 machte sich Ortwin Zimmer mit weiteren Vereinsmitgliedern dann daran, die 12 m hohe bergmännische Pyramide zu errichten, die seither das Übertageareal krönt. Sie ist Blickfang nicht nur bei Wintermarkt, Mettenschicht und Schmelzertagen.

Die Kupferhütte wurde nach historischen Vorbildern mit Pochwerk, Schmelzhütte und den Maschinenanlagen mit Antriebswellen, Zahnkränzen und Getrieben errichtet. Zusätzlich bietet ein Mediaterminal mit Filmen eine moderne Möglichkeit für Besucher, sich zu informieren. Außerdem wurde das Areal rund um die Barbarakapelle attraktiver gestaltet und ein zusätzlicher Besucherstollen am Linsenberg, der „Linsenbergstollen“, in den Litermont-Sagenweg integriert. Der Litermont-Sagenweg, eine zertifizierte Traumschleife, wurde rund um Düppenweiler konzipiert mit dem Historischen Kupferbergwerk Düppenweiler als besonders touristisches Highlight und als Start und Ziel dieser buchstäblich sagenhaften Tagestour.

 

Seit 25 Jahren steht Werner Kockler als 1. Vorsitzender und zuvor bereits seit 1986 als Beisitzer im Kultur- und Heimatverein mit dem Aufgabenbereich „Kupferbergwerk“ an der Spitze der rührigen Mannschaft, der das Ganze als wirklich starke Leistung bezeichnet. Er ist sich mit Erhrad Seger, der die Bergsänger anführt und lange Zeit im Verein als Geschäftsführer tätig war, einig, dass alle, die an der kontinuierlichen Weiterentwicklung einer in Vergessenheit geratenen Kupfergrube zu einem Besucherbergwerk als touristisches Highlight der Gemeinde Beckingen eine Beitrag geleistet haben, Grund zum Feiern haben. „Die Bergsänger sind seit Beginn der Mettenschichten dabei. Wir sind heute 9 aktive Sänger und wurden 2016 neu eingekleidet“, berichtet deren Dirigent und Leiter, Erhard Seger. „Deshalb laden wir die Mitglieder des Vereins „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur e.V“ und alle Düppenweiler Vereinsvorsitzenden ein, am 20. Mai 2017, mitzufeiern“ Bei der Vorabendmesse um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Leodegar gestalten die Bergsänger diese Messe mit und danach findet ein Stehempfang in der Schmelzhütte am Kupferbergwerk statt.